Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September
Nutzlos? – Als Denkmal nicht mehr

Denkmäler müssen keine grauen Mäuse sein. Das beweisen sowohl das Zielbauer-Haus in Vilsecker (linkes Bild) als auch das Schloss Kirchenreinbach (rechts). Eine weitere Gemeinsamkeit: An beiden Orten haben sich die Organisatoren zum Tag des offenen Denkmals mehr als nur Führungen einfallen lassen. In Vilseck wartet auf die Besucher danach eine Denk-Ma(h)l-Zeit mit alten Gerichten und einer Gesprächsrunde zum Thema Denkmalschutz. In Kirchenreinbach bewirten Feuerwehr und Gartenbauverein im Kräutergarten am S
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
08.09.2016
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Der Tag des offenen Denkmals hatte schon griffigere Slogans als heuer: Gemeinsam Denkmale erhalten. Aber die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich bei der unspektakulären Formulierung durchaus etwas gedacht.

Amberg-Sulzbach. Denn die überwiegende Mehrzahl der am Denkmaltag (Sonntag, 11. September) geöffneten Bauten und Stätten stehe für einen gemeinschaftlichen Erfolg, sagen die Initiatoren der Aktion. "Denn ohne das Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Eigentümern, Gemeinden, amtlicher Denkmalpflege, diverser anderer Planungspartner in den Kommunen und Fachleuten wie Architekten, Restauratoren oder qualifizierten Handwerkern werden Denkmale nur selten erhalten."

Viele der Angebote, die die Ortsheimatpfleger sowie die Volkshochschulen der Stadt Amberg und des Landkreises ausgewählt haben, spiegeln diesen Gemeinschaftsakt wider. Einige Veranstaltungen können aus Platzgründen nur mit Anmeldung besucht werden.

Amberg

Wohnturm am Henkerbergl

Wird derzeit saniert. Führungen 10 und 11 Uhr durch Architekt Johann Ernst. Treffpunkt: Batteriegasse 22. Anmeldung: 09621/10-238.

Buchrestaurierung am Beispiel eines Exemplars aus dem Stadtarchiv

Werner Obermeier von der Restaurationsfirma erläutert Grundsätze und Praxis ab 10 Uhr im Stadtarchiv. Dauer: eine Stunde. Anmeldung: 09621/10-266.

Generalsanierung des Max-Reger-Gymnasiums

1880 wurde im jetzigen Altbau des Gymnasiums die "Königliche Lehrerbildungs-Anstalt Amberg" eröffnet. 2003 begannen die Planungen des Staatlichen Bauamtes zur Generalsanierung des gesamten dreiflügeligen Altbaus. West- und Nordflügel sind inzwischen saniert. Deshalb steht jetzt der Ostflügel im Blickpunkt. - 11 Uhr Führung durch MRG-Direktor Wolfgang Wolters und Johannes Kick vom Staatlichen Bauamt. Dauer: eine Stunde.

Gemeinsam mittelalterliche Bausubstanz erhalten - Vilstor und Amberger Stadtmauer

13 bis 16 Uhr stündliche Führungen mit Martin Malitzke vom Verein für erlebte Geschichte Cantus Ferrum. Treffpunkt: Vilstor (Jesuitenfahrt 8).

Die Basilika St. Martin dauerhaft erhalten?

Die Herausforderungen dieses Großprojekts - wie es geplant, finanziert und realisiert wird - bleiben meist verborgen. Um 13.30 und 14.15 Uhr geben Bauherr, Planer, Denkmalschutzbehörde und Handwerker Einblicke in die Koordination im Hintergrund. Treffpunkt: Südportal (Schiffgasse, vor dem Ölberg). Teilnahme nur nach Anmeldung unter 09621/10-238.

Führung durch das Wingershofer Tor

Das kleinste der vier noch erhaltenen Stadttore stammt aus dem Jahr 1580 und wurde ab 1995 von der Stadtwache Amberg mit Hilfe der Stadt sukzessive saniert. 13 bis 17 Uhr Führungen durch Mitglieder des Vereins Stadtwache Amberg.

Orgelführung in der Basilika St. Martin

Geschichtliches, Technisches und Musikalisches zu Kirchenorgeln erklärt und präsentiert um 13.30 und um 15 Uhr Regionalkantor Bernhard Müllers auf Großleinwand auf der Empore. Dauer: jeweils eine Stunde. Treffpunkt: Turmaufgang Marktplatzseite.

Hotel Fronfeste - "Rast im Knast"

Der Umbau des ehemaligen Gefängnisses in ein Hotel mit Erhalt der baulichen Besonderheiten brachte den Eigentümern den Denkmalpreis 2014 des Bezirks Oberpfalz ein. 13, 14 und 15 Uhr jeweils halbstündige Führungen durch Gerald Stelzer und Peter Voss. Treffpunkt: Haupteingang (Paradeplatz/Fronfestgasse 8.)

Nutzlos? Die Amberger Stadtmauer

Vor 700 Jahren wurden durch die Stadtmauer Fremde abgehalten, heute soll sie viele staunende Gäste anlocken. Mehr erzählt Stadtheimatpflegerin Beate Wolters ab 15.10 Uhr bei einem Spaziergang um die 3,2 Kilometer lange Mauer. Dauer: zwei Stunden. Treffpunkt: Rosengarten im Landratsamt.

Der Dreifaltigkeitsfriedhof: Vom Leprosen- zum Prominentenfriedhof - 500 Jahre Friedhofsgeschichte

1534 eingerichtet, erforderten die Auflassung der innerstädtischen Friedhöfe, Seuchen und gestiegene Einwohnerzahlen ständige Erweiterungen des Friedhofs. Mit über 100 denkmalgeschützten Gräbern und Grabstätten Amberger Ehrenbürger ist er ein Stück Stadtgeschichte. 16.30 Uhr Führung durch Dieter Dörner. Treffpunkt: Dreifaltigkeitskircherl.

Militärhistorische Sammlung

Der Förderverein Militärhistorische Sammlung Garnison Amberg bietet 90-minütige Führungen auch schon am Samstag, 10. September, an: um 10, 14 und 16.30 Uhr. Führungen am Sonntag: 10 und 13.30 Uhr. Eintritt: vier Euro. Anmeldung unter 09621/78 47-40 11 auch heute noch möglich. Abholung an der Wache der Leopoldkaserne (Ausweis nicht vergessen). Am Sonntagnachmittag wird im Offiziersheim Kaffee und Kuchen angeboten.

Auerbach

Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer

Akanthusaltäre vom Auerbacher Bildhauer Michael Doser, einmaliger Altar aus heimischem Eisenerz. 15 Uhr Führung durch Willi Schelz.

Kirche St. Magdalena, Ranna

1743 erbaute Barockkirche, Hochaltar von Michael Doser, 2008 und 2015 Außen- und Innensanierung. 16 Uhr Führung durch Marianne Mimler-Hofmann.

Edelsfeld

Freilandmuseum Goglhof

Zu sehen sind auf dem Hof in Eberhardsbühl Meisterstücke des Handwerks und seltenes altes bäuerliches Gerät. Geöffnet: 13 bis 18 Uhr. 14, 15 und 16 Uhr Führungen durch Margarete Jäkel.

Etzelwang

Schloss Kirchenreinbach

Um 1380 errichtet. Seit 1877 Schul- und Wohnhaus, heute Ausstattung mit altem Handwerksgerät, Möbeln, Porzellan und historischen Gebrauchsgegenständen. 14 bis 18 Uhr laufend Führungen durch Leonhard Ehras und Karl Lehnerer.

Hohenburg

Das Rathaus - ein Denkmal mit Charme und Geschichte

Einst hochherrschaftlicher Hofkasten, durchlebte das Rathaus Jahrhunderte wechselvoller Geschichte. 14, 15 und 16 Uhr Führungen durch Ines Kämmler.

Illschwang

Hopfenstadl

1897 als Hopfenlager und -handelsplatz erbaut. Aktionen: Hopfenernte, Hopfenfest mit Musik, gestaltet vom Gartenbauverein, Brotzeit und Bier vom eigenen Hopfenanbau. 14.30 bis 17 Uhr Führungen durch Frieda Dehling und Lorenz Geitner. Ort: Ulrichstraße 8.

Königstein

Romanische Burgkapelle Breitenstein

Von der romanischen Burganlage sind nur noch der Burgbrunnen, die ehemalige Ringmauer und die Burgkapelle, eine zweigeschossige Pseudo-Doppelkapelle aus dem 12. Jahrhundert, erhalten. Während die Burg seit dem Ende des 16. Jahrhunderts verfiel und als Steinbruch genutzt wurde, dienten die obere und die untere Kapelle im 18. Jahrhundert als Wallfahrtsort. 10 bis 18 Uhr geöffnet, 14 Uhr Führung durch Michael Iberer.

Neukirchen

Ockerstube in der Alten Post

Ocker wurde 1859 beim Bau der Ostbahn entdeckt und galt zeitweise als das "Gold der Oberpfalz". Neukirchen war Zentrum des Ockerbergbaus und hatte eine der größten Farbmühlen der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sie ihre Produktion auf chemische Farben und Lacke um. Die am Bahnhofsvorplatz entstandene Ockerstube öffnet bei dieser Gelegenheit erstmals ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Fotografische Dokumentation sowie Sammlung von Gerät und Werkzeug. 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. 14 bis 16 Uhr Führungen durch Walter Schraml.

Schmidmühlen

Hammerschloss

Erbaut um 1700, waren das Eisenhammerwerk und die Papiermühle ehemals Mittelpunkt einer intakten "industriellen" Ansiedlung. 10.30 bis 11.30 und 13 bis 16 Uhr Führung durch Ortsheimatpfleger Josef Popp. Ort: Hammerstraße 30.

Sulzbach-Rosenberg

Alte Hofapotheke

Ehemaliges Landrichterhaus, ab 1823 Hofapotheke (www.alte-hofapotheke-sulzbach.de). 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Kath. Pfarrkirche St. Marien

Chor nach 1355 entstanden, dreischiffiges Langhaus ab 1412. Geöffnet: 10 bis 18 Uhr. Diverse Führungen. 13 und 15 Uhr große Kirchenführungen, 14 und 16 Uhr Orgelführungen. Ab 11.30 Uhr Bewirtung auf dem Pfarrplatz, 17 Uhr kirchenmusikalisches Abendlob.

Vilseck

Zielbauer-Haus

Errichtet im 16. Jahrhundert, zählt es zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Bäckerei, die Josef Zielbauer (Hausname Jannerbäck) einst betrieben hatte, ist noch komplett erhalten. Das Gebäude besitzt wunderbare Kellergewölbe. Von 10 bis 16 Uhr geöffnet. 10.30 und 14.30 Uhr Führungen durch Dorothee Schulze-Zumhülsen und Architekt Josef Götz. Jeweils anschließend gibt es gleich nebenan im Hotel zum Hirschen eine Denk-Ma(h)l-Zeit mit alten Vilsecker Gerichten und einer Gesprächsrunde zum Thema Denkmalschutz.

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Weitere Informationen:

www.tag-des-offenen-denkmals.de
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