27 Bürgermeister und eine Straßenbaukonferenz
Ausbau der Bundesstraßen 85 und 299 soll weiter vorangetrieben werden

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
28.04.2016
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Amberg-Sulzbach. Allen geht es um eines: die Verbesserung der Verkehrssituation. Soweit herrschte Einigkeit bei der Straßenbaukonferenz, zu der sich 27 Bürgermeister der Landkreiskommunen mit MdB Alois Karl, MdB Barbara Lanzinger, Landrat Richard Reisinger und OB Michael Cerny (Amberg) trafen. Im Detail ging es um den konsequenten Ausbau der B 85 und der B 299. Zusammen mit Ministerialrat Manfred Jung von der Obersten Baubehörde in München sowie Vertretern der Regierung der Oberpfalz und des Staatlichen Bauamts diskutierten die Mandatsträger über regionale Projekte im neuen Bundesverkehrswegeplan und stimmten das weitere Vorgehen ab. Anschließend wurde über Maßnahmen an Bundesfernstraßen gesprochen, die außerhalb des Bundesverkehrswegeplans realisiert werden sollten.

"Mein Ziel ist es, dass der Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Amberg-Schwandorf-Prag möglichst rasch in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wird", sagte Karl laut einer Presse-Info. Landrat Richard Reisinger erklärte, dass der Landkreis bereits eine Stellungnahme erarbeitet habe und man sich mit Nachdruck für eine solche Einstufung einbringen werde. Schon in der Vergangenheit habe er auch über den ZNAS mit Nachdruck für dieses wichtige Projekt gekämpft. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz kündigte an, sich erneut an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu wenden und auch dort für eine Aufnahme in den vordringlichen Bedarf zu werben. OB Michael Cerny betonte den hohen Stellenwert, den ein Ausbau dieser Bahnstrecke für die Region hat.

B 85 und B 299 so wichtig


Einig waren sich alle darüber, dass die B 85 und die B 299 wichtige Hauptverkehrsschlagadern sind. Ministerialrat Jung konnte berichten, dass deshalb deren Ausbau vom Freistaat massiv unterstützt werde. Direktor Henner Wasmuth vom Staatlichen Bauamt berichtete, dass für den weiteren Ausbau der B 85 zwischen der Autobahn A 6 bei Amberg-Ost und der A 93 bei Schwandorf bisher nur eine Nutzen-Kosten-Bewertung vorliege. Der angestrebte Ausbau im Bereich Autobahnanschlussstelle Amberg-Ost und Pittersberg als Teilstück bringe innerhalb dieses Gesamtprojekts den höchsten verkehrlichen Nutzen. Zudem ist dort mit den geringsten Ausbaukosten je Kilometer zu rechnen. Karl, Schwartz, Reisinger, Cerny und Bürgermeister Josef Gilch (Ebermannsdorf) kündigten daraufhin an, hier eindringlich für eine Höherstufung einzutreten.

Bei der B 299 standen die Ortsumgehungen im Fokus. Alois Karl berichtete, dass er sich bereits im Vorfeld des Gespräches sowohl für eine Höherstufung der Ortsumgehungen von Tanzfleck und Ursensollen sowie für die Aufnahme der Umgehung von Großschönbrunn in den Bundesverkehrswegeplan ausgesprochen habe. Es wurde vereinbart, hier nochmals aktiv zu werden. Hinsichtlich der B299, Umgehung Tanzfleck, bestätigte sich, dass Gutachter fälschlicherweise bei ihrer Bewertung eine zu geringe Entlastung der Ortsdurchfahrt angenommen haben.

Umgehung hochstufen


Zudem wurde auch nicht berücksichtigt, dass es seitens der Gemeinde bereits konkrete Überlegungen gibt, wie im Falle einer Umgehung die Ortsdurchfahrt neu gestaltet werden soll, was zu einer städtebaulichen Aufwertung und zugleich Verdrängung des überörtlichen Verkehrs führen wird. Diese Punkte werden jetzt von den Mandatsträgern nochmals eingebracht, um die Umgehung hochzustufen. Hinsichtlich der Ortsumgehungen von Großschönbrunn und Seugast wies der Freihunger Bürgermeister Norbert Bücherl darauf hin, dass allein das in dieser Region tätige Quarzsandunternehmen täglich von etwa 80 Lkw angesteuert werde. Auch bei der Ortsumgehung von Ursensollen sieht man gute Argumente für eine Höherstufung. Schließlich führe die B 299 direkt an der Mittelschule vorbei. Gerade der hohe Anteil an Schwerlastverkehr stelle hier eine Gefahr dar.

Zusätzlich sprach sich Bürgermeister Roland Strehl (Kümmersbruck) für eine Überprüfung der Ausbaupläne für die B 85 im Bereich Haidweiher aus. Bürgermeister Joachim Neuß (Auerbach) und Kreisrat Helmut Zerreis regten eine weitere Ertüchtigung der B 85 ab Sulzbach-Rosenberg in Richtung A 9 Anschlussstelle Pegnitz/Auerbach an. "Dies ist durchaus erreichbar", zeigte sich Jung zuversichtlich. Neuß berichtete über laufende Maßnahmen der Stadt für ein Gewerbegebiet und Zerreis verwies darauf, dass schon heute das Verkehrsaufkommen auf der B85 mit 11 000 Fahrzeugen über dem bayerischen Durchschnitt für Bundesstraßen liegt.
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