Amt für Abfallwirtschaft lenkt nach Bürgerprotesten ein
50-Liter-Tonne bleibt erlaubt

So schaut die Lieblingsvorstellung der Abfallwirtschaft aus: Alle Tonnen sind in Einheitsgröße und haben Räder. Archivbild: Hartl
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
13.07.2016
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Im Juni hatte es viel Aufregung darum gegeben, danach war das Thema nicht mehr öffentlich präsent. Eine Wortmeldung im Kreisausschuss machte deutlich, warum in Sachen "Zwangsumtausch" alter 50-Liter-Restmülltonnen in neue 60-Liter-Tonnen Ruhe eingekehrt ist.

Hans-Jürgen Reitzenstein (FWS/FDP) dankte Robert Graf, dem Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft, dass er in dieser Angelegenheit sehr bürgerfreundlich vorgegangen sei: "Sie haben viele Leute damit beruhigt."

Hintergrund der Aufregung war gewesen, dass der Landkreis einige Bürger angeschrieben hatte, sie müssten ihre alte 50-Liter-Tonne ohne Reifen in eine 60-Liter-Tonne mit Reifen und einer für die Müllwerker günstigeren Griffhöhe umtauschen. Allerdings kostet das größere Modell natürlich auch mehr: 51,20 Euro verlangt der Landkreis pro Jahr für die 50-Liter-Ausführung, 61,20 Euro für das 60-Liter-Modell. Das führte zu Protesten der Betroffenen. Laut Robert Graf waren es rund 20 Sulzbach-Rosenberger aus der Feuerhof-Siedlung, die sich deshalb mit dem Amt für Abfallwirtschaft in Verbindung setzten. "Aus dem restlichen Landkreis gab es keine Anfragen."

Graf hatte als Begründung für die Abschaffung der 50-Liter-Tonne ins Feld geführt, sie entspreche nicht mehr der einschlägigen EU-Norm. Die möchte alle Müllbehälter in der Außengröße der 120-Liter-Tonne haben und dann eventuell durch Einsätze im Inneren das Fassungsvermögen auf das gewünschte Format verringern. Demnach wären 60 Liter die kleinste normgerechte Variante.

Jetzt mit Rädern


Die FWS/FDP-Fraktion hatte daraufhin einen Antrag an den Kreistag gestellt, die 50-Liter-Tonne im Landkreis beizubehalten. Es gebe auf dem Markt durchaus normgerechte Exemplare davon, im Landkreis Regensburg etwa seien sie bereits im Einsatz. Man müsse es den Bürgern ermöglichen, ihre alten Tonnen gegen diese weiterentwickelten (unter anderem mit Rädern) zu tauschen. Wodurch sich auch die Gebühr nicht erhöht hätte. Die Lösung des Amtes für Abfallwirtschaft schaut nun so aus, wie Robert Graf auf AZ-Nachfrage erläuterte: "Wenn jemand eine 50-Liter-Tonne hat, die normgerecht ist, also mit der Normprägung EN 840-1 auf dem Deckel, dann melden wir die an."

"Muss halt suchen"


Der Bürger müsse sich die Tonne aber selbst beschaffen, was nicht ganz einfach sei, da sie "standardmäßig beim Fachhändler nicht im Lieferprogramm ist". Es gebe aber offensichtlich noch Restbestände. "Man muss halt suchen." Die drei Unterschiede zur alten Form sind: Die normgerechte 50-Liter-Tonne hat Räder, eine Griffhöhe von 90 Zentimeter und eine Aufnahme für die automatisierte Schüttung am Müllfahrzeug.

Mit dieser Regelung lässt der Landkreis etwas zu, das laut Graf in fast allen anderen Kreisen der Region nicht mehr geht. Dort seien 60 Liter das Mülltonnen-Mindestvolumen. Aus Gründen der Bürgerfreundlichkeit sei man hier aber flexibel und finde Kompromisslösungen: "Wir bewegen uns da natürlich."

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