Badeverbot gegen 63-Jährigen wäre ausgelaufen
Erneut Riegel vorgeschoben

Zwei Jahre lang hatte ein von der Gemeinde gegen einen heute 63-Jährigen ausgesprochenes Zutrittsverbot zum Freibad Bestand. Kurz vor dem Ablaufen der Frist erneuerte Bürgermeister Alwin Märkl diese Sanktion. Bild: Steinbacher
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
26.08.2016
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Die dörfliche Sommeridylle trügt. Vor zwei Jahren verhängte Freudenberg gegen einen heute 63-Jährigen ein Badeverbot wegen massiver und wiederholter Anzüglichkeiten gegenüber jungen Mädchen. Jetzt legte der Bürgermeister nach.

Freudenberg. Gestützt auf einen Beschluss seines Gemeinderates, sprach Alwin Märkl ein erneutes Zutrittsverbot ins Freibad für den Mann aus dem Landkreis aus. Ende Juli ließ er ihm diesen Bescheid zukommen, der dem 63-Jährigen weiterhin den Aufenthalt in der öffentlichen Einrichtung der Gemeinde untersagt. Wenige Tage später lief eine bestehende zweijährige Besuchssperre aus. "Sonst passiert da früher oder später noch etwas", befürchtet der Bürgermeister und begründet so seine jüngste Sanktion gegen den polizei- und justizbekannten Mann.

Eilantrag gestellt


Eingehandelt hat sich Märkl damit unverzüglich eine Klage samt Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Regensburg. Das bestätigte dessen Sprecher Markus Eichenseher. Der 63-Jährige beharrt darauf, das Freibad wieder besuchen zu dürfen, aus dem er vor zwei Jahren wegen seines provokativen und spannerhaften Auftretens hochkant hinausgeflogen war. Auch damals rief der erst jüngst erneut wegen Beleidigung zu einer noch nicht rechtskräftigen Haftstrafe verurteilte Mann die Regensburger Richter an, scheiterte jedoch. Das 2014 verhängte Badeverbot hatte für die ausgesprochenen maximal möglichen zwei Jahre Bestand.

Namentlich benannt


Märkl, der seit der Erneuerung der Sanktion in einem von dem Mann betriebenen Schmäh-Blog nun wieder massive Beleidigungen und unflätige Beschimpfungen hinnehmen muss, begründet seine Entscheidung unter anderem mit genau solchen Internet-Veröffentlichungen aus der PC-Feder des 63-Jährigen. Nach wie vor verbreitet er dort Anzüglichkeiten gegenüber namentlich benannten jungen Mädchen und Frauen aus Freudenberg. Das, so der Bürgermeister, unterstreiche nur, dass die Gründe für das rechtmäßige Badeverbot von 2014 offensichtlich weiter bestünden.

Trotz des Eilantrags auf eine Aussetzung der Off-Limits-Sanktion geht Märkl nicht davon aus, dass in den nächsten Tagen in dieser Sache eine Entscheidung in Regensburg fallen dürfte. "Momentan läuft noch die Anhörungsfrist und bekanntlich ist Ferienzeit", hofft der Bürgermeister zumindest, für diese Saison den ungebetenen Badegast fernhalten zu können. Vor rund zwei Jahren war die Situation derart eskaliert, dass es beinahe zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen jungen Burschen aus Freudenberg, die sich schützend vor die Mädchen stellten, und dem Mann gekommen wäre.

Satzung ändern


"Davor möchte ich uns alle bewahren", bekräftigt Märkl seine jüngste Entscheidung und kündigt an, die Nutzungssatzung für das Freibad so ändern zu wollen, um so gegen solche Besucher gewappnet zu sein.
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Oliver Endres aus Amberg in der Oberpfalz | 26.08.2016 | 17:57  
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