Bayerischer Gemeindetag will mehr Frauen in kommunale Führungspositionen
Mit Bachmann und Sitter

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
23.10.2016
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Abensberg/Amberg-Sulzbach. (ben) Kommunalpolitik ist immer noch eine Männerdomäne - obwohl Frauen entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung gleichberechtigt ihre Interessen vertreten könnten. Der Frauenanteil in Bayerns Rathäusern als Bürgermeisterin liegt gerade mal bei neun Prozent. Auf Einladung des Bayerischen Gemeindetags trafen sich nun 70 von ihnen - darunter auch einige aus Tirol und Südtirol - zur Tagung "Frauen führen Kommunen". Mit dabei auch die beiden ersten Bürgermeisterinnen aus Amberg-Sulzbach, Brigitte Bachmann (Birgland) und Alexandra Sitter (Ammerthal).

175 Bürgermeisterinnen gibt es in Bayern bei einer Zahl von über 2000 Kommunen. Das ist nicht nur dem Gemeindetag zu wenig. In Abensberg trafen sich nun Bürgermeisterinnen aus ganz Bayern, um zu ergründen, warum die Kommunalpolitik nicht weit mehr von den Kompetenzen der Frauen profitiert. Rückendeckung erhielten sie von Sozialministerin Emilia Müller, für die Frauen in kommunalen Spitzenämtern eine Selbstverständlichkeit werden müssen, hieß es nun in einer Pressemitteilung zu diesem Treffen.

Ihr war es wichtig, Frauen, die bereits dererlei Positionen bekleiden, in ihrem Tun zu bestärken. Zwei Tage lang versuchten die Teilnehmerinnen zu ergründen, warum die Kommunalpolitik für viele Frauen so unattraktiv ist. Ein gutes Netzwerk unter den Rathauschefinnen soll nun unter dem Dach des Gemeindetags regen Austausch der weiblicher Interessen in der Kommunalpolitik fördern.

Dem Aufruf der Ministerin nach einer neuen Aufbruchsstimmung für Frauen in Gesellschaft und Politik, konnten Bachmann und Sitter nur bestätigen. Gemeindepolitik sei mit Kindergarten, Schule oder dem Seniorenthema, so stellvertretende Landrätin und Birgland-Bürgermeisterin Bachmann, mit so vielen eher weiblich orientierten Themen behaftet, dass auch sie sich noch mehr Frauen in politischen Gremien wünschen würde. Auch Ammerthals Bürgermeisterin Alexandra Sitter weiß, wie schwierig es ist, Frauen von kommunalen Ämtern zu überzeugen. Ziel sei es nicht etwa, besser als Männer zu werden oder diese gar zu imitieren, sondern in einem ausgewogenen Miteinander die Interessen der Bevölkerung zu vertreten.

Der Gemeindetag hat dieses Defizit erkannt und die Arbeitsgemeinschaft "Frauen führen Kommunen" gegründet. Alexandra Sitter freut sich als neue Sprecherin der Oberpfälzer Bürgermeisterinnen zusammen mit Brigitte Bachmann einen Beitrag leisten zu können, denn davon sind beide überzeugt, "eine Frauenquote ist nicht die Ultima Ratio". Vielmehr sollte es gesellschaftliches Selbstverständnis sein, dass auf Frauen nicht verzichtet werden kann.
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