Bayern führt im Herbst die flexible Grundschule ein
Ziel: Für jedes Kind die Zeit, die es braucht

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
06.04.2016
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Amberg-Sulzbach/München. Kinder an insgesamt 216 bayerischen Grundschulen können ab September die ersten beiden Jahrgangsstufen in einem, zwei oder drei Jahren absolvieren: Zum nächsten Schuljahr, 2016/17, werden zusätzlich zu den 188 bereits bestehenden Profilschulen 28 weitere Grundschulen flexibel - unter ihnen auch drei im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Drei Schulen im Landkreis


Offiziell zu "flexiblen Grundschulen" werden die Erasmus-Grasser-Grundschule in Schmidmühlen sowie die Grundschulen Ehenfeld und Hirschau. Wie Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle über eine Pressemitteilung ankündigt, erhalten die beteiligten Schulleiter die Ernennungsurkunden für ihr neues Profil am Donnerstag, 14. Juli.

Individuelles Lerntempo


"Jedes einzelne Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten und Begabungen sowie seinem ganz individuellen Lerntempo steht im Fokus der flexiblen Grundschule: Mit ihrer flexibel organisierten Eingangsstufe kann sie den Bedürfnissen des einzelnen Kindes besonders gerecht werden", betont Spaenle: "Unser Ziel ist es, jedem Kind genau die Zeit zu geben, die es braucht, um sich den Zugang zu elementaren Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu erschließen." Der kindlichen Schullaufbahn "wird damit ein besonders tragfähiges Fundament zugrunde gelegt", macht der Minister deutlich.

Ausgehend vom individuellen Lern- und Leistungsstand sollen die Lehrer in der flexiblen Grundschule künftig Angebote machen, die der Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes gerecht werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter: "Die Schulen erhalten je nach Situation vor Ort zusätzliche Lehrerwochenstunden, damit die Lehrkräfte die nötige Differenzierung in ihrem Lernangebot leisten können."

Die Pädagogen selbst würden in Fortbildungen der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen auf die Arbeit in den jahrgangsgemischten Klassen vorbereitet.

Erfahrung aus Modell


Die flexible Grundschule war zum Schuljahr 2010/11 zunächst als Modellversuch an 20 Standorten eingeführt worden. Im laufenden Schuljahr können nach Auskunft des Ministeriums mehr als 10 000 Kinder in rund 500 Klassen an 188 Standorten die Chancen und Möglichkeiten der flexiblen Grundschule nutzen.

Die neuen Profilschulen würden bei der Einführung der flexiblen Eingangsstufe von erfahrenen Lehrern unterstützt.
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