Christliches Jugenddorfwerk übernimmt Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
„Esperanto“ unter neuer Obhut

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
18.11.2016
41
0

Unter ihrem Dach finden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Zuflucht. Jetzt ist die bislang landkreiseigene Inobhutnahme-Einrichtung, wie sie im Behördendeutsch heißt, selbst in neue Obhut gekommen. Das Haus "Esperanto" in Auerbach wurde im November vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland übernommen.

Amberg-Sulzbach. Dadurch ist diese Stelle, die im alten Schwesternwohnheim der Klinik untergebracht ist, auch im Haushalt des Kreisjugendamts für die Jugendhilfe 2017 nicht mehr nötig. Die Ausgaben und Einnahmen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge fließen wieder komplett in die Jugendhilfe ein, hieß es vonseiten der Verwaltung bei der Vorstellung des Entwurfs im Fachausschuss. Demnach läuft die Kostenerstattung für diese Kinder und Jugendlichen mittlerweile durch die Bezirke "dank einer engen Abstimmung insgesamt gut".

Flüchtlinge in Regelklassen


"Durch den schrittweisen Ausbau der Beschulung auch für unbegleitete Minderjährige ist derzeit keine zusätzliche Bildungsmaßnahme erforderlich, da bis auf wenige Ausnahmen alle in Regelklassen aufgenommen werden konnten", heißt es im Vorlagebericht der Verwaltung, die sich demzufolge über den gesunkenen Ansatz freut.

2016 sei Bayern durch die bundesweite Verteilung von Neuaufnahmen kaum betroffen gewesen, "so dass der Einsatz der eingeplanten zusätzlichen Mittel wider Erwarten nicht notwendig war". Inzwischen würden viele unbegleitete Minderjährige volljährig, "weshalb erfreulicherweise einige von ihnen aus der stationären Jugendhilfe in eine ambulante Betreuung übergeleitet werden können, was auch die Jugendhilfekosten senkt", so die Verwaltung. Sie nennt statt der heuer noch vorgesehenen 5 Millionen Euro eine Reduzierung auf 3,6 Millionen Euro, verhehlt aber nicht, dass die weitere Entwicklung abzuwarten bleibe, da Bayern spätestens ab Mai 2017 wieder zur Aufnahme verpflichtet ist.

Demgegenüber sei bei den Ansätzen der klassischen Jugendhilfe im Wesentlichen keine große Veränderung zu den Vorjahren festzustellen. Lediglich die Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sowie junge Volljährige werden voraussichtlich nach oben klettern, vor allem im kostenintensiven stationären Bereich und bei den Schulbegleitungen. Diese Steigerungen allein sind mit 540 000 Euro veranschlagt. Neu hinzu kommt 2017 der Ansatz für die Richtlinie Asyl im Bereich Kindertagesstätten in Höhe von 50 000 Euro, die aber zu 90 Prozent durch den Freistaat wieder refinanziert werden.

8,5 Millionen Euro teuer


Erfreulicherweise ist laut Verwaltung im Bereich der ambulanten erzieherischen Hilfen die erwartete Stabilisierung bzw. sogar ein leichter Rückgang der Hilfen zu verzeichnen. Hier zeige sich, dass ein angemessener Personaleinsatz im Jugendamt eine kontinuierliche und straffe Hilfeplanung ermögliche und kleinere Fälle auch selbst betreut werden könnten, ohne gleich eine externe Fachkraft in der Familie einzusetzen.

Der Zuschussbedarf im Verwaltungshaushalt beläuft sich damit auf rund 8 547 000 Euro in 2017 gegenüber 8 172 000 Euro laut Ansatz für 2016. Der Pro-Kopf-Förderbedarf je Einwohner des Landkreises beträgt im kommenden Jahr 82,94 Euro gegenüber 79,31 Euro heuer.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.