Gemeinnützige Wohnungsbau-GmbH für den Landkreis Neustadt/Waldnaab wieder Thema im ...
Nicht „stierln“, aber fragen

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
29.11.2016
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"Es ist ja nicht so, dass ich da stierln will." Spätestens nach diesem Satz von Karl-Heinz Herbst wusste Landrat Richard Reisinger ganz genau, welchem Teil des Tagesordnungspunktes "Bericht über Beteiligungen des Landkreises an Unternehmen in Privatrechtsform" die Wortmeldung des Grünen-Kreisrats galt.

Herbst hatte schon 2015 "nicht stierln" wollen, aber mit einer Nachfrage zur gemeinnützigen Wohnungsbau-GmbH für den Landkreis Neustadt/Waldnaab Aufregung bei deren Geschäftsführer Reinhard Hoffmann verursacht. Der ärgerte sich gewaltig über die "finanzielle Schieflage", die Herbst vermutet hatte.

Dieses Mal kam Herbst von der anderen Seite: Ob man denn wisse, wie viel die GmbH insgesamt in die energetische Sanierung ihrer Wohnungen investiert habe? Denn wenn das nur auf der Basis einer Fremdfinanzierung laufe, stelle sich schon die Frage, ob das Unternehmen das selbst tragen könne oder ob da irgendwann die Gesellschafter Eigenmittel nachschießen müssten. Das beträfe den Landkreis Amberg-Sulzbach mit einem Anteil von gut 15 Prozent und die Stadt Auerbach mit knapp 4 Prozent. Aus dem Jahresabschluss der NEW-Wohnungsbaugesellschaft für 2015 konnte Herbst nichts entnehmen, denn der war dem Landkreis "trotz Aufforderung" noch nicht vorgelegt worden.

Kreiskämmerer Anton Weber berichtete daraufhin, die Gesellschafterversammlung der GmbH im Sommer sei von stellvertretendem Landrat Martin Weiß und dem Auerbacher Bürgermeister Joachim Neuß besucht worden - nachdem Hoffmann im vergangenen Jahr mangelndes Interesse der Amberg-Sulzbacher an GmbH-Versammlungen beklagt hatte. Laut Weber ist wohl unter anderem beabsichtigt, zur Refinanzierung höhere Mieten für die sanierten Wohnungen zu verlangen.

"Keinerlei beunruhigende Zeichen werden ausgesandt", fasste Reisinger den aktuellen Stand zusammen. Sein Vorschlag, um mit dieser Angelegenheit nicht erneut die gutnachbarschaftlichen Beziehungen einer Belastungsprobe zu unterziehen: "Jetzt laden wir halt mal den Geschäftsführer ein, dann sehen wir schon." Das wird aber wohl erst in der Novembersitzung 2017 so weit sein. Für heuer gehörte das (vorläufig) letzte Wort Karl-Heinz Herbst: "Wir hätten halt gerne mehr gewusst." (ll)
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