Hans Schrott sen. stirbt im Alter von 93 Jahren
Fensterbach trauert um Altbürgermeister

Innerhalb kurzer Zeit sind nun beide gestorben: Links Altbürgermeister Hans Schrott sen., rechts sein Sohn Hans Schrott jun. Das Bild entstand im April 2015 bei einer Geburtstagsfeier in Dürnsricht. Bild: hou
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
22.04.2016
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Fensterbach. Sein Name war politische Legende. Er diente fast fünf Jahrzehnte lang als Gemeindeoberhaupt, war Pionier der Genossenschaftsbewegung. Am Freitag ist der Fensterbacher Altbürgermeister Hans Schrott sen. im Alter von 93 Jahren gestorben.

Als sein Sohn Hans Schrott jun. im Vorjahr einem Krebsleiden erlag, wollte sein Vater unbedingt an dessen Beerdigung teilnehmen. Danach zwang ihn das hohe Alter, sich mehr und mehr in sein Dürnsrichter Haus zurückzuziehen. Am Freitag in den frühen Morgenstunden ist er dort gestorben. Seine Frau Betty und die Kinder hatten sich zuvor längere Zeit aufopferungsvoll um ihn gekümmert. "Schrott Senior" nannten sie ihn. Respektvoll und mit Hochachtung vor einem Lebenswerk, das im kommunalpolitischen Bereich wohl bayernweit seinesgleichen sucht. Hans Schrott hatte 1949 das Bürgermeisteramt in der damaligen Gemeinde Knölling vom Vater übernommen. Er behielt es 47 Jahre und stellte damit einen landesweiten Rekord auf. Danach wurde sein Sohn zum Gemeindeoberhaupt gewählt. Im Sommer 2015 starb er.

Der CSU-Mann aus Fensterbach leistete Pionierarbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister. Das geschah nicht immer ohne Diskussionen. Doch der Landwirt behauptete sich. Mit Entscheidungen und Planungen, die bis heute in der Gemeinde sichtbar sind. Nach seinem Rückzug aus der Politik mischte sich Schrott nie mehr ein. "Ich mache mir meine Gedanken, aber ich sage nichts", ließ er schmunzelnd bei einer letzten Begegnung im April 2015 wissen.

Der Name Schrott steht aber auch als Markenzeichen für kontinuierliche Arbeit im Genossenschaftswesen. 1946 übernahm er die Spar- und Darlehenskasse in Dürnsricht, zehn Jahre darauf wurde er Chef der lokalen Raiffeisenbank. Auch diese Position behielt Hans Schrott über Jahrzehnte und führte sein Geldinstitut zu beachtlicher Blüte. Als Landwirt fühlte sich Schrott berufsständischen Verbänden eng verbunden. Er wirkte in zahlreichen Organisationen mit, war Ratgeber und Interessensvertreter. Sein Engagement wurde Hans Schrott mit Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischen Verdienstorden und der Landkreisverdienstmedaille gelohnt. Er, der lange auch die DJK Dürnsricht-Wolfring als Vorsitzender geleitet hatte, verschwand bei den Bürgern nie in der Versenkung.

Am Montag muss Abschied von ihm genommen werden. Um 14.30 Uhr beginnt in der Dürnsrichter Kirche der Rosenkranz, um 15 Uhr schließt sich das von Pfarrer Michael Hoch zelebrierte Requiem an. Danach wird Hans Schrott auf dem angrenzenden Friedhof zu Grabe getragen.
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