Jahresrückblick 2015 - Die Aufreger des Jahres
Vom Wasserstreit bis zum Sparkassen-Ärger

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
31.12.2015
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Zwei Bürger- und ein Ratsbegehren, ein Gang zum Verwaltungsgericht, heftigste politische Anfeindungen und ein gespaltenes Dorf: Das ist der Preis, den Ammerthal für den Anschluss an das Amberger Trinkwasser-Netz zahlen musste. Offiziell vollzogen wird dieser am 4. Februar. Erledigt ist die Sache damit nicht. Ein Trinkwasserfilter für fast 100 000 Euro gammelt ungenutzt vor sich hin, ein 60 000-Euro-Auftrag ging an Mitbewerbern vorbei - die Rechnungsprüfung ergibt ein wenig schmeichelhaftes Fazit.

Ammerthal macht noch mit einem weiteren Thema Schlagzeilen - mit fußballbegeisterten Kindern. Die kicken mit Erlaubnis von Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec auf dem Schulsportplatz. Zu laut, findet ein Anwohner. Er klagt. Und bekommt Unterstützung vom Landratsamt: Der Platz wird gesperrt.

Die Regierung der Oberpfalz richtet in Vilseck Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende ein. Bürgermeister Hans-Martin Schertl ist sauer, weil dafür Angehörigen der US-Armee die Wohnungen angeblich gekündigt wurden. Er nennt das "hinterfotzig" und spricht von "Dreistigkeit". Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.

Hirschau, bisher immer ein abgebender Schulstandort, sieht den Aufnahmestopp an der Amberger Schönwerth-Realschule als Chance: Der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) schlägt vor, Schönwerth-Schüler nach Hirschau auszulagern. Eventuell könnte daraus sogar einmal eine eigene Realschule werden. Das Kultusministerium erteilt dieser Idee im Juni eine klare Abfuhr. Die Eltern geben nicht auf - sie sammeln 3325 Unterschriften.

In der Kümmersbrucker Ortsdurchfahrt geht mehrere Monate lang gar nichts mehr: Der Landkreis lässt die Kreisstraße AS 27 sanieren. Die Bauarbeiten zerren an den Nerven der Anlieger und der Verkehrsteilnehmer, die auf der Umleitung täglich im Stau stecken.

Einen Sturm der Entrüstung entfacht die Sparkasse Amberg-Sulzbach mit ihren Plänen, mehrere Filialen im Kreis zu schließen und Geldautomaten abzuziehen. Freihungs Bürgermeister Norbert Bücherl zieht als erster Gemeindechef Konsequenzen, indem er die gesamten Geschäftsbeziehungen des Marktes mit der Sparkasse aufkündigt und an die Bürger appelliert, dies ebenfalls zu tun. (eik)
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