Kritik am Bundesverkehrswegeplan 2030
Amberg-Sulzbach im Hintertreffen

Über den Bundesverkehrswegeplan diskutierten (von links) Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, Schnaittenbachs stellvertretender Bürgermeister Uwe Bergmann, Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl, Ambergs Bürgermeisterin Brigitte Netta und Rita Hagl-Kehl, Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Bild: hfz
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
02.04.2016
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Nicht zufrieden mit dem Bundesverkehrswegeplan ist die SPD. Bei einer Mandatsträgerkonferenz besprachen die örtlichen Vertreter den Entwurf mit Rita Hagl-Kehl, der verkehrspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

Amberg-Sulzbach. Wie von CSU-Mandatsträgern der neue Vorschlag als "guter Vorschlag für die Oberpfalz" bezeichnet werden könne, lasse sich nicht ganz nachvollziehen, heißt es in einer Presseerklärung der SPD. Dies sei er nämlich zumindest für Amberg-Sulzbach nicht. Die Elektrifizierung und der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hof und Regensburg werde allgemein als gut und wichtig anerkannt.

Anschluss ist gewollt


Große Enttäuschung herrschte bei der SPD dagegen darüber, dass die Metropolenbahn sich im Bundesverkehrswegeplan nicht findet. Nicht einmal der zweigleisige Ausbau zwischen Amberg und Irrenlohe sei vorgesehen. SPD-Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl hatte selbst von einem Besuch in Prag die Nachricht mitgebracht, dass die tschechische Regierung den Anschluss nach München wolle. Erst vor kurzem hätten die beiden Regierungschefs Horst Seehofer und Bohuslav Sobotka die Verbesserung der Eisenbahnlinie von München über Furth im Wald nach Prag als ein vorrangiges Verkehrsprojekt bezeichnet. In Verbindung mit der Strecke zwischen Schwandorf und Nürnberg sei die Metropolenbahn auch unter dem Kosten-Nutzen-Faktor nicht zu schlagen.

"Es ist unglaublich, dass der Kostenfaktor hier für den Bund überhaupt keine Rolle spielt", erklärte der Haushaltspolitiker Strobl. Die Amberger Bürgermeisterin Brigitte Netta wies darauf hin, dass auch die bevorstehende Erneuerung der Bahnbrücke in Amberg zweigleisig geschehen sollte, auch wenn diese Bahnlinie derzeit nicht für den Ausbau vorgesehen sei. Ein eingleisiger Ausbau würde für die nächsten Jahre, eventuell sogar Jahrzehnte, Fakten schaffen könnte, die einem Ausbau dieser Strecke entgegen stünden.

Im weiteren BedarfÜberrascht sind die SPD-Mandatsträger nach eigenen Angaben, dass die Strecke Nürnberg- Vilseck-Weiden-Hof im "potenziellen Bedarf" gelandet ist und ausdrücklich als Alternativstrecke bezeichnet werde, falls der Ausbau der Pegnitztal-Linie nicht möglich sein sollte. "Wenn sich jetzt jemand darüber freut, dass die Metropolenbahn zumindest als Vorhaben des potenziellen Bedarfs eingestuft wurde, dann muss auch dazu gesagt werden, dass diese Strecke - wenn überhaupt - erst in 40 Jahren gebaut wird und nicht eher", heißt es in der Presse-Info.

MdL Reinhold Strobl bedauert, dass der Ausbau der "hoch belasteten B 85 zwischen Amberg-Ost (A 6) und Schwandorf-Nord (A 93) nur im "weiteren Bedarf" aufgelistet sei, obwohl für den vierstreifigen Ausbau zum Teil schon Planungsrecht existiere. Für kleine Maßnahmen, wie die Ortsumgehung der B 299 bei Ursensollen, sollten Möglichkeiten geschaffen werden, diese realisieren zu können. Für den Ausbau des Ortskerns sei eine solche Umfahrung sinnvoll.

Strobl erklärte, dass seit 21. März die Öffentlichkeit für sechs Wochen die Möglichkeit hat, sich zum neuen Bundesverkehrswegeplan einzubringen. Im Internet (www.bvwp2030.de) könne man sich unter dem Punkt "Stellungnahme abgeben" äußern. Ausgelegt wird der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 in Nürnberg (Autobahndirektion Nordbayern) und in München (Autobahndirektion Südbayern).
1 Kommentar
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Axel Miller aus Regensburg | 19.04.2016 | 00:54  
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