Milchbauern aus Amberg-Sulzbach demonstrieren in Neustadt an der Aisch
Mist für den Minister

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
23.05.2016
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Die Bauern sind stinksauer: Mit einer Kuh haben Landwirte aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach am Sonntag vor dem Büro des Bundesagrarministers in Neustadt an der Aisch gegen den dramatischen Verfall der Milchpreise demonstriert.

Amberg-Sulzbach. "Die Lage ist dramatisch. Gestern hat uns die Molkerei Bayernland mitgeteilt, dass für den Monat April wieder 2,3 Cent pro Liter Milch gekürzt werden", sagte Landwirt Helmut Graf aus Lengenfeld, bevor er mit einigen seiner Berufskollegen zur Protestaktion nach Neustadt an der Aisch (Mittelfranken) aufbrach. Der Milchpreis liege nun nur noch bei 24,20 Cent - weit unter den 40 Cent, die als kritische Marke für einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb eines Hofes gelten.

Dauerpräsenz


Der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) geht nun erneut auf die Barrikaden. "Trotz eindeutiger Beschlusslage, sowohl auf EU-Ebene in Brüssel, als auch auf Bundesländerebene in Deutschland durch die Agrarministerkonferenz, sieht sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nicht von der aktuellen Beschlusslage aufgefordert, wirkungsvolle Marktanpassungsschritte mitzutragen und einzuleiten", heißt es in einer Pressemitteilung des BDM. Deswegen hat der Verband seine Mitglieder aufgefordert, vor dem Wahlkreisbüro des Ministers Flagge zu zeigen. Unter dem Motto "Schmidt, tu endlich was für Dein Geld" startete der BDM schon am Dienstag mit einer Auftaktkundgebung Neustadt an der Aisch. Bauern aus ganz Bayern halten mit einer Kuh vor dem Haus bis Ende Mai Stellung. Das Tier bleibt das selbe, nur die Mannschaft wechselt von Tag zu Tag. Am Sonntag war das BDM-Team aus dem Landkreis an der Reihe. "Um auf die sich täglich summierenden Verluste aufmerksam machen, sind wechselnde kleine Aktionen angedacht", teilt der BDM mit. "Der produzierte Mist wird zurückgelassen."
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