Oberpfälzer Friedensbewegung radelt für Umwidmung von Militär-Arealen
Nationalpark statt Übungsplatz

Unterwegs von Grafenwöhr nach Vilseck hielten die Radler die Fahnen für den Frieden hoch. Bild: bt
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
18.05.2017
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Amberg-Sulzbach. Mit einer Fahrradtour hat die Oberpfälzer Friedensbewegung für eine Umwidmung der beiden Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels geworben. Die Radler der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigten KriegsdienstgegenerInnen (DFG-VK) starteten in Weiden und machte in Grafenwöhr, Vilseck und Amberg Station, bevor es über Schmidmühlen nach Hohenfels ging. Die Aktion richtete sich gegen die Kriegsvorbereitungen auf den Übungsplätzen und warb für eine zivile Nutzung.

"Auf beiden Plätzen üben amerikanisches und anders Nato-Miltär, um das Gelernte dann in ineffizienten und teils völkerrechtswidrigen Kriegen anzuwenden", sagte Willi Rester, Sprecher der DFG-VK Oberpfalz: "Als Folge ist dann unglaublich viel Geld verbrannt, sind Länder zerstört und deren ehemaligen Bewohner bei uns als Flüchtlinge." Allein die Kinderhilfe Afghanistan habe dort mehr nachhaltigen Frieden und Entwicklung erreicht als das ganze Militär - und das mit einem Etat von nur 0,001 Prozent der Kriegs-Ausgaben. Bei einem so dürftigen Ergebnis trotz immens hoher Kosten sprach Rester dem Militär das Besitzrecht auf die Fläche fast eines halben Landkreises ab.

Der heute 50-Jährige war als Soldat selbst auf beiden Übungsplätzen und weiß um die landschaftliche Schönheit, intakte Tier- und Planzenwelt. "Es ist paradox, aber weil das Miltär 90 Prozent des Fläche nur als ,Gelände dazwischen' braucht, ist die Landschaft unzerschnitten und die Natur weitgehendst seit Jahrzehnten intakt. Mit nur einer Unterschrift wäre ein Nationalpark geschaffen, der jenen im Bayerischen Wald sofort in den Schatten stellt." Trotzdem wollen auch die Pazifisten nichts überstürzen. Regensburg und Amberg hätten 25 Jahre gebraucht, um das Militär abzubauen und sich anderweitig zu entwickeln. "Die Truppenübungsplätze bringen rund 650 Millionen Euro im Jahr in die Region. Die ersetzt man nicht so hopplahopp schnell mal mit ein paar Touristen."

Rester hat sich auch in Münsingen kundig gemacht. Der ehemals größte Truppenübungsplatz in Baden-Württemberg habe sich seit 2005 zum Leuchtturm im Ländle entwickelt. Dort seien jetzt mehr Leute beschäftigt als das Militär je gehabt habe und auch die Wertschöpfung sei höher. "Weder Amberg noch Regensburg noch Münsingen haben gezaubert. Das war politischer Wille und Geld. Wenn die vorhanden sind, dann kann auch die Konversion in der Oberpfalz gelingen, ohne dass ein jetziger Zivilbeschäftigter auf der Straße steht." (Im Blickpunkt)
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