Schottische Delegation besucht Amberg-Sulzbach
Das passt: Kilt, Kirwa und Käfer

Stolz trugen drei der Gäste aus Schottland Kilt. Landrat Richard Reisinger erklärte der Delegation - hier mit Blick auf die Skulptur des Kirwapaars im Hof des Landratsamtes -, dass auch Amberg-Sulzbach für seine Traditionen bekannt sei. 120 Kirwan ("folk festivals") gälten etwa selbst für bayerische Verhältnisse als "leicht überdurchschnittlicher Wert". Spätestens durch sein Lachen an dieser Stelle wurde den Schotten die Ironie bewusst. Bild: gf
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
02.08.2016
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Es war einer der Termine, die dem Landrat Spaß machen: Er erklärte acht Schotten das Landratsamt. Von den "town glasses" (der Stadtbrille) bis zum "Tower of Amberg" (dem Zeughaus mit seinen Zinnen). Erst der Borkenkäfer brachte den früheren Englischlehrer an seine sprachlichen Grenzen.

Amberg-Sulzbach. Dessen englischen Namen hätte Richard Reisinger gebraucht, als der Delegation aus dem Partnerlandkreis Argyll & Bute Wolfhard-Rüdiger Wicht über den Weg lief, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, und der Landrat erläuterte, worum der sich alles kümmern muss.

Ein neuer Anlauf


Reisinger war selbst schon mehrfach mit Gruppen und Schülern in Schottland, "zuerst in den 80ern mit dem Spielmannszug St. Georg". Weil er die Partnerschaft nach einigen Jahren der Flaute wieder neu aufbauen möchte, freute er sich über den ersten Besuch einer offiziellen Delegation nach 20 Jahren. An deren Spitze steht Aileen Morton, im heimischen Council (Kreistag) die politische Sprecherin für den Bereich nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Sie bestätigte - nach dem Austausch der Gastgeschenke - den Willen der Schotten, die Partnerschaft mit neuem Leben zu erfüllen und voneinander zu lernen. Wirtschaftsexperte Fergus Murray sah in der ökonomischen Struktur Ähnlichkeiten, auch wenn in Argyll & Bute der Tourismus mit 50 Prozent der Wirtschaftsleistung stärker ausgeprägt ist. Ihn interessiert besonders, wie man Hightech-Unternehmen oder -Forschung in ländliche Räume holen und die Abwanderung junger Menschen verhindern kann.

Die Schotten trafen am Montagabend in Sulzbach-Rosenberg ein, wo sie logieren. Bis zu ihrem Rückflug am Freitag absolvieren sie ein Programm, das ihre Interessen widerspiegelt: Tourismus, ökologische Landwirtschaft mit Direktvermarktung, erneuerbare Energien, soziale Projekte (alt werden zu Hause) sowie Entwicklung des ländlichen Raums. Am Dienstagabend trafen sie zudem mit der Jugendgruppe aus Campbelltown in Argyll & Bute zusammen, die eher zufällig zum gleichen Zeitpunkt wie die politisch-wirtschaftliche Delegation im Landkreis ist.

Nächstes Jahr soll es zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft einen größeren Austausch geben. Dafür hat sich als musikalischer Botschafter bereits die Rothesay and District Pipe Band von der Insel Bute angekündigt, ebenso ein Vertreter des schottischen Parlaments. Übrigens (das Internet weiß ja alles): Der Waldschädling, der dem Landrat im Wortschatz fehlte, ist der "bark beetle".
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