Sitzung des Zweckverbands Berufsschulen Amberg-Sulzbach
Schule zahlt Übungslager selbst

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
21.04.2016
48
0

Die Ausbildung von Lageristen hat die Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg schon zugesprochen bekommen. Was jetzt noch fehlt, ist ein Übungslager. Das muss schnell gehen. Deshalb zahlt die Schule erst einmal selbst.

Amberg-Sulzbach. Das Übungslager brauche man unbedingt für die Ausbildung, erläuterte der Sulzbach-Rosenberger Berufsschul-Direktor Bernhard Kleierl am Dienstag in der Sitzung des Zweckverbands Berufsschulen Amberg-Sulzbach im Amberger Berufsschulzentrum. Man habe in Dingolfing bereits eines besichtigt. Dort sei es für rund 50 000 Euro errichtet worden.

Die Schule werde den Bau zunächst mit Mitteln finanzieren, die ihr im Vermögenshaushalt als eigenes Budget für Anschaffungen zugewiesen worden seien. "Dafür müssen wir andere Sachen zurückstellen." Man benötige aber auch Sondermittel vom Zweckverband. Dessen Geschäftsführer Wolfgang Meier erklärte, im Haushalt 2017 werde man Geld lockermachen können. Laut Kleierl kann das Übungslager in zwei Räumen unter der Aula entstehen, in denen früher die Prüflabore der inzwischen aufgelösten Metallabteilung untergebracht waren und die nicht von der Sanierung betroffen sind. Auf rund 200 Quadratmetern werden dort etwa Regaleinheiten eingerichtet oder die Ladeflächen von Lastwagen simuliert. Auch eine EDV-Ausstattung ist notwendig.

Bisher war für die Ausbildungsberufe Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre Ausbildung) und Fachlagerist (zwei Jahre) die ganze Oberpfalz ein einziger Sprengel, die Berufsschule für alle in Regensburg. Jetzt gibt es einen neuen Fachsprengel Oberpfalz-Nord und die Auszubildenden aus der mittleren und nördlichen Oberpfalz werden in Sulzbach-Rosenberg beschult. Der erste Jahrgang, etwa 40 Köpfe stark, startet dort im September. In zwei Jahren - dann ist der Sprengelaufbau komplett - will man auf 100 bis 120 Schüler kommen, erläuterte Kleierl.

Schülerheim entsteht


Landrat Richard Reisinger dankte dem Zweckverbandsrat und ehemaligen Amberger Berufsschuldirektor Michael Birner, der ihn beraten habe, wie man diese Sprengeländerung erreichen könne. "Das war kein ganz einfacher Weg, aber die anderen Landräte und Oberbürgermeister der mittleren und nördlichen Oberpfalz haben uns dabei unterstützt." An der Schule solle im Zuge der Generalsanierung auch ein Blockschüler-Wohnheim entstehen, sagte Reisinger. "Das macht uns ein Stück wettbewerbsfähiger."

Wolfgang Meier informierte über freihändige Vergaben: Sowohl die Berufsschule in Amberg als auch die in Sulzbach-Rosenberg erhielten im Januar bzw. Februar eine Berufsintegrationsklasse, die jungen Flüchtlingen intensiven Spracherwerb, Mathematik-Unterricht, eine individuelle Förderung und eine sozialpädagogische Betreuung ermöglicht. Zudem soll sie die Zugangsvoraussetzungen für eine höherwertige Ausbildung schaffen.

Die Klassen wurden an das Kolping-Bildungswerk als Kooperationspartner vergeben, das bereits ähnliche Kurse an beiden Schulen betreibt. Es muss mindestens 20 Unterrichtsstunden pro Woche leisten. Daneben wurden am 11. April Sprachintensivklassen eingerichtet, die bis zum Schuljahresende laufen und auf das Berufsintegrationsjahr vorbereiten. Hier gibt auch die Berufsschule selbst zwei Wochenstunden.

Die Direktoren Bernhard Kleierl und Martin Wurdack (Amberg) sehen damit eine Vollversorgung der berufsschulpflichtigen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge erreicht. Von den begleiteten seien einige noch in Alphabetisierungsmaßnahmen. Laut Wurdack steht man damit wesentlich besser da als der Rest Bayerns, wo 50 bis 60 Prozent der berufsschulpflichtigen Flüchtlinge (unter 21 Jahren) nicht beschult werden. "Und die Lehrerversorgung ist wirklich hervorragend, der Freistaat nimmt da Geld in die Hand. Auch das Personal zu finden, ist nicht mehr so schwer." OB Michael Cerny als Zweckverbandsvorsitzender gab als Devise aus: "Wir versuchen, so bald wie möglich mit dem Sprachunterricht zu beginnen."

Fehler ohne Folgen


Der Amberger Kämmerer Franz Mertel teilte mit, die Regierung der Oberpfalz habe die Haushaltssatzung 2016 des Zweckverbands rechtsaufsichtlich gewürdigt und keine Anmerkungen dazu veranlasst. Ein erst spät festgestellter Schreibfehler bei einer Zahl führe nicht dazu, dass die Satzung neu beschlossen werden müsse. Eine korrigierte Neuausfertigung habe den Fehler geheilt.

Einstimmig erfolgte die Feststellung und Entlastung der Jahresrechnung 2014 des Zweckverbands. Sie wies zum Jahresende Rücklagen von etwas über einer Million Euro auf.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.