Sozialdienst katholischer Frauen stellt sich bei FU Amberg-Sulzbach vor
In Sorge um Nöte von Frauen

Einblick in die Arbeit des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Amberg verschaffte dessen Vorsitzende Marianne Gutwein (rechts) den Mitgliedern des FU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach mit ihrem Vortrag in Kümmersbruck. Als kleine finanzielle Unterstützung für den SkF überreichte FU-Kreisvorsitzende Birgit Birner (links) eine Spende von 175 Euro. Bild: u
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
24.08.2016
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Der Kreisverband der Frauen-Union (FU) Amberg-Sulzbach begrüßt das neue Sexualstrafrecht nach dem Prinzip "Nein heißt Nein", ebenso das neue Prostitutionsgesetz, das die Frauen umfassend schützen soll.

Kümmersbrck. (u) Im Mittelpunkt der von FU-Kreisvorsitzender Birgit Birner geleiteten Mitgliederversammlung in der Blauen Traube in Kümmersbruck stand ein Referat der SkF-Vorsitzenden Marianne Gutwein. Aktuelle politische Themen wurden aber nicht ausgespart.

Stellvertretende Ortsvorsitzende Gabi Strehl verwies auf die starke FU-Präsenz im Kümmersbrucker Gemeinderat. Mit Birgit Singer-Grimm, auch 2. Bürgermeisterin, Renate Amrhein, Karola Hirsch und Monika Paintner gehörten vier Frauen der zwölfköpfigen CSU-Fraktion an. Dass starke Ortsverbände dem FU-Kreisverband sehr wichtig sind, betonte Birgit Birner. Um sie zu unterstützen, habe der Kreisvorstand beschlossen, den Ortsverbänden Zuschüsse für Jubiläen zu gewähren. Bis 50 Mitglieder gebe es 50 Euro, ab 51 sind es 100.

Viele Veranstaltungen


Nach ihrer Wahl zur Kreisvorsitzenden sei die Organisation der FU-Bezirksversammlung im Hirschauer Josefshaus ihre erste große Aufgabe gewesen. Im Juli 2015 habe man das Rohrwerk Maxhütte besichtigt. Im Herbst habe man kommunale Mandatsträger gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung in zwei Veranstaltungen über das Haushalts- und Baurecht informiert. Im November erhielt man unter dem Motto "Wer fragt, führt" Tipps zum Führungserfolg für Frauen.

Prominenter Gast bei der Jahresschlussfeier sei Prof. Helmut Zöpfl gewesen. Er habe zudem im Februar einen Vortrag mit der Fragestellung "Wohin sollen wir und können wir integrieren?" gehalten. Stellvertretende FU-Bezirksvorsitzende Barbara Haimerl (Cham) richtete den Blick auf die Bundestagswahl 2017. Demnach mache sich der FU-Bezirksvorstand für eine Direktkandidatur der Listenabgeordneten Barbara Lanzinger und Dr. Astrid Freudenstein stark.

Als Organisation, die sich schon lange um Nöte und Belange von Frauen kümmere, bezeichnete Birner den Sozialdienst katholischer Frauen. Dessen Abkürzung SkF stehe auch für die Eigenschaften "sozial, kompetent und flexibel". Dass diese Prädikate auf den SkF Amberg zutreffen, unterstrich der Vortrag von Marianne Gutwein, die seit 2006 die Organisation als Vorsitzende leitet. Im Jahr 1900 von Agnes Neuhaus als "Verein vom Guten Hirten" gegründet, heiße sie seit 1969 "Sozialdienst katholischer Frauen".

Viele Flüchtlinge


Der SkF sei ein Fachverband des Deutschen Caritas-Verbandes. National gebe es 150 Ortsvereine, davon 16 in Bayern, mit Regensburg, Schwandorf und Amberg drei in der Oberpfalz. Allen sei die Zielsetzung gemein, sich für in Not geratene Menschen - insbesondere Frauen, Familien und Kinder - einzusetzen. In Amberg sei der SkF 1951 von Anni Hertinger vor dem Hintergrund ins Leben gerufen worden, dass viele Flüchtlinge und Vertriebene in Baracken hausten und sich amerikanische Besatzungssoldaten der jungen Mädchen und Frauen "bedienten". Hertinger und ihre Mitarbeiterinnen hätten sich um schwangere Mädchen in Not, straffällige Frauen und gefährdete Jugendliche gekümmert. Besondere Fürsorge habe geschlechtskranken Mädchen sowie Alkoholikerinnen und ihren Familien gegolten.

Aktuell beschäftigt man 23 hauptamtliche pädagogische Fach- und Verwaltungsfachkräfte in Voll- und Teilzeit. Außerdem sind rund 130 Mitarbeiterinnen ehrenamtlich für den SkF tätig. Sie leisten jährlich etwa 20 000 Stunden in der Hausaufgabenhilfe, der Kinderbetreuung in Nachbarschaftshilfe, beim Notruf und in der Beratungsstelle für Frauen und Kinder.

Vielfältige AufgabenFür den Landkreis und die Stadt Amberg hat der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) die Aufgaben für das Pflegekinderwesen übernommen. Seit 2011 ist dem Verein laut Vorsitzender Marianne Gutwein vom Kreisjugendamt der Bereich Vormundschaften und Pflegschaften übertragen. Zudem sei der SkF ein vom Landesjugendamt München anerkannter Adoptionsdienst. Bekannt sei das Projekt Moses.

Im Fachbereich Betreuungen kümmere man sich um Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen, seelischer, geistiger oder körperlicher Behinderung selbst nicht mehr in der Lage sind, persönliche Angelegenheiten zu erledigen.

Die Beratungsarbeit verstehe sich vor allem als präventive Arbeit und als Hilfe zur Selbsthilfe. Die jährlichen Gesamtausgaben beliefen sich auf rund 700 000 Euro. Die einzelnen Fachbereiche würden prozentual unterschiedlich oder auch mit Festbeträgen vom bayerischen Sozialministerium und von den Kommunen bezuschusst. Der Rest des Finanzbedarfs werde aufgebracht durch Mitgliedsbeiträge (1900 Euro), die Zuweisung von Bußgeldern (7800 Euro), einen Zuschuss des Diözesanverbandes (14 000 Euro), Veranstaltungserlöse (7500 Euro) und durch Spenden (75 000 Euro). Unterstützt werde der SkF ferner durch seinen Förderverein und die Bischof-Michael Wittmann-Stiftung. (u)
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