Ursensollen eine von bundesweit 29 Projekten für innovative Wohnformen
Nicht nur Beton anmischen

Ursensollen war einer der beiden Preisträger aus Bayern, neben 27 weiteren aus dem ganzen Bundesgebiet, die mit neuen, innovativen Wohnformen vom Bundesministerium ausgewählt wurden und finanziell unterstützt werden. Bürgermeister Franz Mädler war Mitglied einer Arbeitsgruppe und präsentierte in Berlin das geplante Ursensollener Wohnmodell. Bild: hfz
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
26.07.2016
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Ideengeber und Initiatoren für innovative Wohnformen aus dem ganzen Land waren ins Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nach Berlin eingeladen. Darunter auch Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler, als einer von zwei bayerischen Vertretern.

Ursensollen/Berlin. Die Gruppe gehört zum ausgewählten Kreis von bundesweit 29 Projekten, die ihre Planungen und Erfahrungen beim Aufbau neuer Wohnangebote in ein Modellprogramm einbringen sollen. "Wir sind angewiesen auf Ihre Ideen und Erfahrungen. Die brauchen wir, um die Möglichkeiten neuer Wohnformen weiter nach vorne zu bringen", sagte Unterabteilungsleiterin Christiane Viere zur Begrüßung.

Für das Programm wurden unterschiedlichste Initiativen und Projekte ausgesucht, die jetzt bis 2019 gefördert und durch die Bundesvereinigung "Forum - Gemeinschaftliches Wohnen" als Geschäftsstelle begleitet werden. Die Teilnehmenden entwickeln, bauen und sanieren an neuen Formen der Gemeinschaft in Dorf und Stadt.

Das Potenzial an Erfahrungen wurde rasch deutlich: Wie schafft man neue Wohnmodelle für Menschen mit geringen Einkommen? Wie baut man Quartiere zu starken Gemeinschaften aus und schafft ein engmaschiges soziales Netz? Stadtbezirke neu belebt, Dörfer revitalisiert? Einfach "Beton anzumischen und zu bauen" sei eine große Gefahr, erläuterte Dr. Josef Bura als Forum-Vorsitzender. Der gemeinnützigen Bundesvereinigung sei es ein Herzensanliegen, die sozialen Bezüge im Wohnen im Blick zu behalten: "Wir wollen mehr Vielfalt im Wohnen fördern und mehr Zusammenhalt im Leben."

In Vorträgen, Gesprächen und Gruppenarbeiten trugen Referenten und Teilnehmer vielfältige Hinweise zusammen. Besonders die Rolle der Kommunen stand zum Auftakt in Berlin im Mittelpunkt. "Viele Projekte können ihr Konzept erst umsetzen, weil Kommunen sie fördern, unterstützen oder - wie in Ursensollen - sogar als Ideengeber und Starthelfer die Initiative ergreifen", leitete Dr. Andrea Töllner (Forum) ein.

In der Diskussion zeigte sich, wie vielfältig kommunale Beteiligung vor Ort erlebt wird. Mehr Know-how und Fortbildungen zum gemeinschaftlichen Wohnen seien für Kommunen wünschenswert. Es sei wichtig, dass bekannter werde, welch vielfältige Möglichkeiten und Veränderungen Wohnprojekte im Dorf und Quartier anstoßen könnten. "Die Kommunen sollten Baugemeinschaften eher als Entwicklungshelfer für Sozialräume sehen, nicht allein als Käufer", präzisierte es eine Gruppe.

In der Ortsmitte Ursensollens sollen bis Jahresende 2018 etwa 15 senioren- und behindertengerechte Wohnungen entstehen, mit einem kleinen Café als Gemeinschaftsraum, angeschlossen an eine ambulante Pflegestation sowie integrierter Nachbarschaftshilfe. Das Vorhaben wird genossenschaftlich organisiert. Als Partner der Gemeinde wurde die Firma NaBau (Regensburg) gewählt. Sie ist eine junge, aber erfahrene Genossenschaft und steht für nachhaltiges Bauen und nachbarschaftliches Wohnen. Das Ministerium hat eine Anschubfinanzierung von bis zu 100 000 Euro in Aussicht gestellt.
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