US-Armee hat Range 213 gedreht und nutzt sie nur noch in Ausnahmefällen
Waffen schweigen nun oft auf Schießbahn

Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol (Mitte) aus Regensburg hat bei einem Zusammentreffen von weiteren Grünen-Politikern mit dem Kommandeur der US-Armee Garnison Bavaria erfahren, dass die Schießbahn 213 bei Auerbach kaum mehr benutzt wird. Bild: hfz
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
26.04.2016
102
0

Auerbach. Die Einwohner von Nitzlbuch hatten in der Vergangenheit einiges auszuhalten: Sie waren vom Lärm auf der Schießbahn 213 am Truppenübungsplatz Grafenwöhr, die nicht weit von ihrem Auerbacher Stadtteil entfernt liegt, meist stark betroffen. Das hat sich geändert, wie Grünen-Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol aus Regensburg jetzt bei einem Zusammentreffen mit Colonel Mark A. Colbrook, dem Kommandeur der US-Armee Garnison Bavaria, erfuhr.

Nach seiner Auskunft wurde die betreffende Schießbahn anders ausgerichtet, was zu weniger Lärm führe - außerdem werde sie nicht mehr so häufig genutzt wie früher. Im Mittelpunkt des Ortstermins, an dem auch Peter Eckert von den Grünen aus Auerbach teilnahm, stand die Frage, wie sich die US-Armee der ökologischen Verantwortung für den Übungsplatz Grafenwöhr stelle. Die Drehung und stark eingeschränkte Nutzung der Schießbahn, die laut Colbrook nur noch "in Ausnahmefällen" genutzt wird, wertete Mistol als "positive Nachricht für die Auerbacher".

Eckert, der auch Mitglied der Bürgerinitiative gegen den Schießlärm ist, sah ferner im Gesprächsangebot der US-Armee an die BI ein positives Zeichen für die Zukunft. Denn offenbar habe der Schutz vor Lärm als Bestandteil des Umweltschutzes für die Army einen höheren Stellenwert bekommen.

Schon seit 1979 besteht ein Umweltschutzprogramm, erfuhren die Grünen-Politiker bei ihrem Besuch. Zu Beginn war nur eine Person dafür zuständig gewesen, der heutige Leiter der Umweltabteilung, Manfred Rieck. Heute arbeiteten hier aber über 30 Angestellte. Zwar müssten immer wieder Lösungen und Kompromisse gefunden werden zwischen den Ansprüchen des militärischen Übungsbetriebs und des Umweltschutzes. Klar ist aber für die Grünen: Auch auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes müssen die deutschen Umweltschutzgesetze eingehalten werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ihres Besuchs vor Ort war der Arten- und Biotopschutz auf dem Gelände, denn 75 Prozent der Fläche in Grafenwöhr sind FFH-Gebiet. Vergleichende Studien mit dem Fichtelgebirge und der Frankenalb ergaben hier sogar eine höhere Artenvielfalt und die gelte es, zu schützen. Dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesforst, der für das Gebiet zuständig ist. Denn Eigentümer des Geländes ist nach Auskunft der Grünen der Bund, die US-Armee habe nur das Nutzungsrecht.

"Zukünftig soll die Tier-und Pflanzenwelt auf dem Übungsplatz noch weniger gestört werden durch mehr Simulationstraining und ein angepasstes Geländemanagement", heißt es abschließend in einer Pressemitteilung zu dem Termin.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.