Vertreter der CSU-Kreisvorstände erörtern den Bundesverkehrswegeplan
Karl: Sulzbach-Rosenberg vergibt Jahrhundertchance

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
12.04.2016
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Kastl. Insgesamt zwölf Projekte hatte das Land Bayern aus dem Wahlkreis von Bundestagsabgeordnetem Alois Karl für den neuen Bundesverkehrswegeplan bis 2030 (BVWP) eingereicht. Neun betreffen die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach, drei den Landkreis Neumarkt. Im Forsthof in Kastl berieten Vertreter der CSU-Kreisvorstände auf Einladung Karls nun das weitere Vorgehen.

Ausbau der Bahnlinie


Die Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) barg durchaus die eine oder andere Überraschung. Dass der Ausbau der Bahnlinie Nürnberg-Amberg-Schwandorf-Prag und von München über Regensburg nach Schwandorf unter "potenzieller Bedarf" eingestuft wurde, gehört zu den positiven Ergebnissen, heißt es in einer Pressemitteilung über die Veranstaltung. "Ich bin heilfroh, dass das Vorhaben drin ist", gestand Karl. Nun heiße es, dranzubleiben an diesem 500-Millionen-Projekt, denn die Alternative über Marktredwitz habe einflussreiche Fürsprecher.

Laut Karl "eine Jahrhundertchance" vergeben hätten die Sulzbach-Rosenberger. Die Verlegung der B 14 auf eine Trasse nördlich der Stadt wurde als "weiterer Bedarf" (WB) eingestuft.

"Doch der Sulzbach-Rosenberger Stadtrat hat sich damals gegen die Stimmen der CSU dafür entschieden, weiter mit der Bundesstraße durch den Stadtkern leben zu wollen", erklärte Karl.

Das Unverständnis beim CSU-Kreisverband sei groß, meinte stellvertretender Vorsitzender Patrick Fröhlich dazu. Im "weiteren Bedarf" ist auch der vierstreifige Ausbau der B 85 von der Autobahn-Anschlussstelle AmbergOst bis Pittersberg. Damit wollen sich die CSU-Politiker nicht abfinden und sich in ihrer Stellungsnahme, die bis 2. Mai erwartet wird, dafür einsetzen, dass das 60-Millionen-Projekt vom "weiteren Bedarf" in den "vordringlichen Bedarf" hochgestuft wird. Für Nachbesserungen im BVWP stehen noch Milliardenbeträge zur Verfügung, hieß es seitens der CSU. Die rund 21 Millionen im "weiteren Bedarf" für die Nordumgehung von Sulzbach-Rosenberg würden beispielsweise nicht gebraucht, argumentierten die Versammlungsteilnehmer.

Verärgert ist Alois Karl über die "Querschüsse des Bürgermeisters des Marktes Freihung, Norbert Bücherl, von den Freien Wählern", wie er es nannte. Der würde ihm gern den Schwarzen Peter für die Nichtberücksichtigung der Ortsumgehungen von Tanzfleck, Seugast und Großschönbrunn in die Schuhe schieben. Dabei habe er selbst seine Hausaufgaben nicht gemacht, meinte Karl.

"Job des Bürgermeisters"


Der "ureigene Job eines Bürgermeisters" sei es, stimmte Neumarkts stellvertretender Kreisvorsitzender Alois Scherer, selbst Gemeindechef, zu, vorher die hier anhängigen Klagen auszuräumen. Das habe Bücherl nicht getan.

Dass die beantragte Ortsumgehung von Amberg-West mit einem Tunnel durch den Erzberg, einem geschätzten Kostenaufwand von fast 63 Millionen Euro und einem dürftigen Kosten-Nutzen-Faktor unrealistisch sei, das sieht auch der Vorsitzende des Kreisverbands Amberg Stadt, Stefan Ott, so. Das Projekt hatte folglich erwartungsgemäß auch die Bewertung "kein Bedarf" bekommen. Das gilt zwar auch für den kompletten vierstreifigen Ausbau der B 299 zwischen der B 85 und der Autobahn-Anschlussstelle bei Ursensollen. Doch damit will sich weder die Amberger CSU noch die des Landkreises abfinden, hieß es aus der Versammlung der Christsozialen.

Haltung "ambivalent"


Da die Entwicklung eines gemeinsamen Gewerbegebietes der Kreisstadt und der Gemeinde Ursensollen dieses Projekt nahe lege, sollen die jeweiligen CSU-Mandatsträger in Stellung gebracht werden. Bessere Papiere hat die Ortsumgehung von Ursensollen. Das Vorhaben, das etwa neun Millionen Euro teuer würde, kam in den "weiteren Bedarf". Die Haltung der Ursensollener sei hier noch "etwas ambivalent", meinten die CSU-Kreisvorstände.
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