Zweckverband bereitet Jubiläum vor und genehmigt Investitionen
Klärwerk feiert und kostet satt

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
13.04.2016
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Das Klärwerk in Theuern wird heuer 25 Jahre alt. Das ist nicht nur Grund zur Freude, sondern auch Anlass für hohe Investitionen. Die Anlage ist nämlich in einem Alter, das einige Sanierungen und Erneuerungen fällig macht. In Millionenhöhe, wie bei der Sitzung des Abwasserzweckverbands deutlich wurde.

Amberg-Sulzbach. Zunächst aber beschäftigte sich der Zusammenschluss der Stadt Amberg und der Gemeinden Kümmersbruck und Freudenberg mit dem Angenehmen. Das 25-jährige Bestehen des Klärwerks soll am Samstag, 24. September, mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Geplant ist ein Fest für die Bürger mit Führungen, Kulinarischem und drei Musikkapellen. Letztere sollen aus den drei Mitgliedskommunen kommen, um so buchstäblich den Dreiklang von Stadt und Gemeinden zu betonen. Diesen Vorschlag der Verwaltung haben die Verbandsräte in ihrer jüngsten Sitzung im Baureferat schon mal befürwortet, inklusive Erstellung einer Festschrift und einer neuen Broschüre zur Vorstellung des Klärwerks.

Seit 25 Jahren im Betrieb


Dass es bereits ein Vierteljahrhundert im Betrieb ist und mittlerweile einige Alterserscheinungen zeigt, machte der größte Tagesordnungspunkt deutlich. Dabei ging es um die Verabschiedung des Haushalts für 2016, der teils "hohe Investitionskosten enthält, die heuer fällig werden", wie Verbandsvorsitzender Roland Strehl sagte. Der Kümmersbrucker Bürgermeister hielt es aber wie der Rest des Gremiums für richtig, die Ausgaben durch eine Investitionsumlage zu finanzieren und nicht durch Kreditaufnahmen.

Wie Ambergs Stadtkämmerer Franz Mertel ausführte, müssen für Baumaßnahmen am Klärwerk heuer rund 1,36 Millionen Euro aufgewendet werden. 800 000 Euro sind nach seiner Auskunft allein für die fortgesetzte Sanierung des sogenannten Einlaufbereichs bereitzustellen, die bereits seit 2014 läuft und noch bis 2017 dauert. Bis dahin würden mit einem zweiten Bauabschnitt sogar rund 2,85 Millionen Euro an Gesamtkosten anfallen.

Überhaupt gehen die Investitionen laut Mertel bis 2019 "auf hohem Niveau weiter". Das liegt am Alter des Klärwerks, das Erneuerungen und den Austausch von Anlagenteilen notwendig macht. Auch ein neues Transportfahrzeug sowie die Sanierung der Biologie und eines Gasmotors sowie Investitionen ins Belebungsbecken, in die Gasbehälter und die Schlammentwässerung stehen 2018 bzw. 2019 auf dem Programm, skizzierte der Stadtkämmerer. Bis dahin sieht seine Finanzplanung Ausgaben von insgesamt rund 5,4 Millionen Euro vor. Dennoch ist der Haushalt 2016 nach seinen Worten "solide und zukunftsorientiert", zumal er mit 4,205 Millionen Euro sogar um 0,36 Prozent unter dem Ansatz des Vorjahres rangiert.

Ohne Debatten genehmigt


Das liegt unter anderem am etwa 6,1 Prozent geringeren Vermögenshaushalt (1,418 Millionen Euro), dem allerdings 2,8 Prozent Plus beim Verwaltungsetat gegenüberstehen (2,787 Millionen Euro). Hier wuchsen allein die Personalkosten um 3,18 Prozent durch Höhergruppierungen und tarifliche Steigerungen. Die Besetzung mit 14,5 Stellen ist laut Mertel gleichgeblieben. Große Debatten im Gremium löste der Haushaltsentwurf nicht aus, im Gegenteil wurde er wie vorgestellt einstimmig beschlossen.

Neues VorschlagswesenFür die Mitarbeiter des Theuerner Klärwerks soll es künftig ein Vorschlagswesen geben - mit ganz ordentlichen Prämien, abhängig vom Schwierigkeitsfaktor des Themas und orientiert am Beispiel der Stadt Amberg. Norbert Füger, der Geschäftsleiter des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung, nannte in der jüngsten Sitzung ein simples Beispiel: Wenn die angestrebte Verbesserung ein Einsparpotenzial von 10 000 Euro jährlich bringt, erhält der Vorschlagende einmal 3000 Euro.

Bei Maßnahmen, die nicht unmittelbar zu einem rechnerischen Ergebnis führen, sondern eher der Imagepflege dienen, legt laut Füger ein eingesetzter Innovationszirkel die Höhe der Prämie fest. "Wir besitzen das Glück, Mitarbeiter zu haben, die mitdenken", betonte Verbandsvorsitzender Roland Strehl und sah in der Maßnahme einen "längst überfälligen Schritt". Einhellig beschloss das Gremium, das Vorschlagswesen einzuführen. (ath)
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