Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung informiert im Kreistag
450 Anrufe am Tag

"Bei uns betreiben BRK, ASB und die Johanniter Rettungsdienst-Standorte im Auftrag des ZRF." Zitat: Bernhard Strobl
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
21.07.2016
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Bernhard Strobl nimmt selten ein Blatt vor den Mund. So auch im Kreistag, als er sich zum Thema Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben äußerte. "Ein bisserl ein Wahnsinnsprojekt" nannte er das. Da habe man die Dimensionen zunächst gewaltig unterschätzt.

Amberg-Sulzbach. Deshalb sei die Feuerwehr in der Region erst im April zum "Wirkbetrieb" übergegangen. Der Rettungsdienst plane dies für den September. Einen großen Vorteil machte Strobl aber beim Digitalfunk aus: "Die Sprachqualität ist viel besser."

Eigentliches Thema von Strobl war der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Amberg, über den der stellvertretende Geschäftsführer (besser bekannt als Amberger Stadtbrandrat) die Kreisräte informierte. Sie sollten, wie Landrat Richard Reisinger sagte, Einblick gewinnen in die Organisationen, denen der Landkreis angehört.

Binnen zwölf Minuten


Der vor über 40 Jahren entstandene ZRF trägt seinen aktuellen Namen seit 2012 und ist seit 2013 im selben Gebäude in der Amberger Gasfabrikstraße untergebracht wie die Integrierte Leitstelle (ILS), die er selbst betreibt. ZRF-Hauptaufgabe ist es laut Strobl, die gesetzliche Vorgabe umzusetzen, dass der Rettungsdienst nach der Alarmierung innerhalb von zwölf Minuten vor Ort sein muss. In dünn besiedelten Gebieten dürfen es im Ausnahmefall auch 15 Minuten sein. Weil das rund um Kastl immer wieder Probleme bereitete, hat der ZRF im vergangenen Jahr dort eine Rettungswache eingerichtet.

In Hirschau wird zudem ein weiterer Notarzt-Standort ausgeschrieben, erläuterte Strobl, da sich gezeigt habe, dass die Anfahrtszeiten aus Amberg oder dem Landkreis Neustadt/WN einfach zu lang seien.

Die ILS betreut nach Strobls Zahlen 280 Feuerwehren (160 im Landkreis Schwandorf, 115 in Amberg-Sulzbach und 5 in Amberg), zwölf Rettungsdienst-Standorte und das THW. Sie bekommt durchschnittlich 450 Anrufe am Tag und alarmierte im Jahr 2015 zu 4600 Einsätzen der Feuerwehr sowie 65 000 der Rettungsdienste.

Kosten: 2,5 Millionen


In der ILS sind insgesamt 26 Disponenten beschäftigt; im Notfall können auch 18 Mitarbeiter der Unterstützungsgruppe mobilisiert werden. Die laufenden Kosten für den ILS-Betrieb bezifferte Strobl auf rund 2,5 Millionen Euro im Jahr. Etwa 70 Prozent davon trügen die Krankenkassen. Der Rest (für die Feuerwehr-Alarmierung) werde über die Verbandsumlage abgedeckt.

Bei uns betreiben BRK, ASB und die Johanniter Rettungsdienst-Standorte im Auftrag des ZRF.Bernhard Strobl
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