70 Jahre "Der neue Tag": Andreas Brückmann, der Allrounder der AZ
Teil der Geschichte sein

Daumen hoch für Andreas Brückmann. Der 39-Jährige ist im Raum Amberg als freier Mitarbeiter der Zeitung unterwegs - wie hier, beim GOND-Festival in Kreuth bei Rieden. Bild: hfz

Andreas Brückmann ist ein Allrounder unter den freien Mitarbeitern. Überall, wo sich im Raum Amberg etwas tut, ist (brü) unterwegs. Ein Interview mit einem, der sonst eigentlich immer die Interviews führt.

Andreas Brückmann (39) stammt aus Hohenkemnath (Kreis Amberg-Sulzbach). Seine Ehrenamts-Vita ist typisch für einen freien Mitarbeiter unserer Zeitung: Schriftführer bei Feuerwehr und FC-Bayern-Fanclub, Kassier der Schützengesellschaft, stellvertretender Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Und dann noch rund 200 Termine pro Jahr für die Zeitung.

Wie schaffst du das, alles unter einen Hut zu bekommen?

Andreas Brückmann: Wenn einer mit dem Herzen bei der Sache ist, haut das schon hin. Zeitliche Turbulenzen muss man einfach mit einplanen. Es gibt selten einen Termin, der organisatorisch auf die Minute durchgeplant ist. Und selbst wenn es so ist, zeitliche Flexibilität muss man sich einfach schaffen, sich seine Prioritäten setzen.

Wie bist du zur freien Mitarbeit gekommen?

Den allerersten Artikel hab ich auf Verdacht an die Redaktion geschickt. Es war ein Beitrag über den Reservistenwettkampf der Kreisgruppe Oberpfalz in Hohenkemnath, geschrieben im Juli 2003. Reine Protokollform, einfach grausam, ich muss immer wieder grinsen, wenn ich ihn mir heute durchlese.

Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Reporter aus?

Er muss kommunikativ sein, auf die Leute zugehen. Wichtig ist auch, dass er sich vor einem Termin schon ein paar grundlegende Infos besorgt und diese dann durch selbst gesammelte Eindrücke vertieft. Und dann geht es darum, eine Geschichte zu schreiben, die auch ein Leser versteht, der eigentlich überhaupt nichts mit dem Thema anfangen kann.

Gibt es einen Artikel, der sich in deine Erinnerung eingeprägt hat?

Für mich persönlich war einer der Höhepunkte eine Geschichte über einen Unterrichtstag der Feuerwehr an der Grundschule in unserer Gemeinde. Ich habe völlig unerwartet eine ganze Seite dafür bekommen, und das auch noch in Farbe. Zu einer Zeit, in der die Zeitung gerade von Schwarz-Weiß-Bildern auf Farbe umgestellt hat. Darüber habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel.

Was gefällt dir an deinem Nebenjob am meisten?

Der Kontakt mit den Leuten. Mittendrin zu sein. Zu berichten, zu dokumentieren, einen kleinen Teil aktueller Geschichte für die kommenden Generationen festhalten zu können.

Du filmst auch und stellst die Videos in das Oberpfalznetz. Was hältst du von diesem Teil der Arbeit?

Den Teil halte ich für sehr wichtig. Bewegtbilder im Onlineportal, als Ergänzung oder Aufwertung des Zeitungsartikels, sind meiner Meinung nach unabdingbar.

Wie lange willst du noch weitermachen?

Ich habe im Jahr 2003 angefangen. Für mich war es bis heute ein langer Weg, der hoffentlich noch lange nicht zu Ende ist. Ich habe viel gelernt, viel geschrieben, mehr als 125 000 Bilder in mein Archiv gebracht, da ist auch noch Luft nach oben.

Gibt es auch etwas, das dir am Reporter-Dasein nicht gefällt?

Eines ist mir immer noch peinlich: Wenn bei der offiziellen Begrüßung, zum Beispiel bei einer Vereinsversammlung, explizit erwähnt wird: "Von der Presse begrüßen wir Andreas Brückmann." Und jeder klatscht. Leute, danke dafür, aber das könnt ihr euch sparen. Ich mach doch nur meinen Job.

Freie MitarbeiterSie sitzen in jedem Dorf, sind nahezu rund um die Uhr auf Achse - und das Herz unserer Zeitung: Die etwa 1800 freien Mitarbeiter, die die Lokalredaktionen in Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Nabburg, Schwandorf, Oberviechtach, Weiden, Vohenstrauß, Eschenbach/Kemnath und Tirschenreuth mit Meldungen und Berichten versorgen.

Ihre Interessensgebiete sind so unterschiedlich wie die Zeitungsseiten. Vom Vereinsschreiber, der pro Jahr nur ein paar kurze Meldungen für seinen Club absetzt, bis hin zum hartnäckigen Rechercheur in politischen Angelegenheiten ist in der Reporter-Schar alles vertreten. Die meisten haben klein angefangen und dann nach und nach die Lust am Schreiben und Fotografieren entdeckt. Für die einen ist die journalistische Nebentätigkeit Gehirnjogging, für die anderen willkommene Abwechslung in der Freizeit. Und natürlich ist oft die allergrößte Motivation, den eigenen Verein, das eigene Umfeld in der Öffentlichkeit positiv darzustellen.

Die freien Mitarbeiter sprechen ihre Arbeit (im Idealfall) ständig mit der Redaktion ab, so dass die Zeitungsmacher immer wissen, was in welcher Ortschaft gerade läuft. Im vergangenen Jahr starteten wir umfangreiche Schulungen für die Mitarbeiter, die besonders oft und viel für die Zeitung schreiben. Die Redaktion hat dafür extra ein Schulungskonzept erarbeitet. Nach einem Pilotprojekt in Sachen Internet-Plattform für Mitarbeiter soll es bald ein festes Online-Portal geben, mit dem wir die rasenden Reporter aus allen Teilen des Verbreitungsgebietes an die Redaktion anbinden. Wer sich angesprochen fühlt, kann gerne einsteigen: einfach in der nächsten Redaktion melden! (upl)
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