Am 8. Mai ist Weltrotkreuztag
So schaut's im Rettungswagen aus

Bild: hfz

Der Weltrotkreuztag ist ein internationaler Gedenktag. Gefeiert wird er alljährlich am 8. Mai, dem Geburtstag von Henry Dunant, dem Begründer der Rotkreuzbewegung. Die Schlacht von Solferino gilt als Geburtsstunde des Roten Kreuzes. Am 24. Juni 1859 geriet Henri Dunant, damals 31 Jahre alt, zufällig in das Gemetzel.

Das Grauen (40 000 Tote und Verwundete) wurde zu Dunants Lebensmission: Die Schrecken des Krieges, das unsägliche Leid wollte er mildern und trieb fortan die Gründung des Roten Kreuzes voran. Drei Jahre später schilderte er in seinem Büchlein "Eine Erinnerung an Solferino" die Schlacht, das Leiden der Beteiligten und die chaotischen Zustände in den darauffolgenden Tagen. In den Folgejahren warb er für den Aufbau einer neutralen Hilfsorganisation, gründete 1863 mit Gleichgesinnten das Internationale Hilfskomitee für Verwundete. Daraus entstand das Rote Kreuz. Als Fahne wählten die Gründer die Schweizer Nationalflagge in umgekehrter Farbe: ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund. Bis heute steht dieses Zeichen für sieben Grundsätze: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Das Rote Kreuz ist in vielfältigen Bereichen tätig, unter anderem im Rettungsdienst.

Anlässlich des Weltrotkreuztages erklärt stellvertretender Rettungsdienstleiter Erwin Gräml auf dieser Seite das Innenleben eines Rettungswagens.

Mehr drin als vorgeschrieben


Was der Gesetzgeber vorschreibt, ist nicht alles. Die Rettungswagen des BRK haben eben noch eine Reihe von Extras - was das Rote Kreuz als Rettungsdienstbetreiber und die Notärzte für erforderlich halten. Stellvertretender Rettungsdienstleiter Erwin Gräml erklärt, was zusätzlich in den Fahrzeugen ist.

Wer legt fest, was in einem Rettungswagen drin sein muss?

Erwin Gräml: Dafür gibt es eine DIN-EN-Vorschrift, die den Grundstandard festlegt. Aber wenn nur das drin wäre, was darin gefordert wird, wäre das ein bisschen wenig. Deshalb hat der BRK-Kreisverband als Betreiber des Rettungsdienstes seine Fahrzeuge nachgerüstet.

Welche Ausstattung haben die Fahrzeuge zusätzlich?

Eine deutlich höhere Anzahl an Medikamenten, eine Knochenbohrmaschine für Situationen, in denen eine Infusion nicht in die Vene gelegt werden kann, sondern in den Knochen gebohrt werden muss, und spezielles Schienenmaterial. Außerdem Medikamente, die bei Herzinfarkten das Blutgerinsel auflösen können. Über Telemetrie können wir das EKG in die Klinik übertragen. Und wir haben Geräte, um nach Rauchgasvergiftungen den Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut zu messen. Teilweise haben wir auf den Rettungswagen auch noch die Reanimationsgeräte Lucas.

Wer finanziert diese Extras?

Zum einen geschieht dies aus Mitteln des BRK, zum anderen sind wir auf Spenden angewiesen. Heuer wollen wir bei ausreichenden finanziellen Mitteln alle Rettungswagen mit Tourniquets (zum Abbinden lebensbedrohlicher Blutungen an den Extremitäten) und Beckenschlingen nachrüsten - zur Verbesserung bei der Versorgung von Verletzten.

So schaut's im Rettungswagen aus



Bewegen Sie die Maus über das Rettungswagenbild und wählen Sie einen der Punkte aus. Es erscheint ein kleines Fenster mit Informationen rund um die Ausstattung eines Rettungswagens.


NotfallrucksackZu jedem Einsatz nehmen die Rettungsassistenten und -sanitäter auch den Notfallrucksack mit. Dort ist im Wesentlichen das drin, was sich auch im Rettungswagen befindet. Die Palette reicht von Infusionen, Spritzen und Kanülen über diverse Medikamente und Verbandsmaterial bis hin zum Stethoskop. Der Notfallrucksack wiegt laut stellvertretendem Rettungsdienstleiter Erwin Gräml 11,2 Kilo.

Nach jeder Schicht wird das verbrauchte Material wieder aufgefüllt - falls erforderlich, geschieht dies auch zwischen den einzelnen Rettungsdiensteinsätzen. (san)


Das Martinshorn des Rettungsdienstes unterscheidet sich von dem der Polizei und der Feuerwehr. Wie beim Roten Kreuz das Tatütata klingt, können Sie hier anhören:






Beatmungsgerät Neben Notfallrucksack und Patientenmonitor mit Defibrillator-Funktion kommt auch das Beatmungsgerät automatisch zu jedem Patienten mit - für den Fall der Fälle. Das Beatmungsgerät mit Sauerstoffdosiereinheit ermöglicht die kontrollierte Beatmung, aber auch die Gabe von Sauerstoff, falls dies erforderlich ist. (san)

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