Ambulante Betreuung für psychisch Kranke in Amberg
Weiter Bogen um die Klinik

Das Team des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ), das sich um das ambulant-betreute Wohnen kümmert. Mittendrin SPZ-Leiterin Heidi Himmelhuber (mit brauner Jacke). Bild: upl

Sie sind die unsichtbaren Helfer: Jeden Morgen schwärmen die Leute vom Sozialpsychiatrischen Zentrum aus, um Menschen mit Depressionen oder Psychosen im Alltag unter die Arme zu greifen. Die Einsätze werden immer mehr.

Amberg. Seit 20 Jahren gibt es das Team "Ambulant betreutes Wohnen". 1996 etablierte sich dieses Angebot für chronisch psychisch kranke Menschen in der Region. Mittlerweile sind allein in diesem Bereich des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) neun Fachkräfte beschäftigt. Sie fahren bis nach Auerbach oder Schmidmühlen, um zu helfen. Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder verschiedene Arten von Schizophrenie - die Betroffenen sollen mit ihrer Krankheit und den daraus resultierenden Problemen nicht allein gelassen werden.

Bis zu 40 Klienten


"Was wir hier machen, ist eine engmaschige Betreuung im eigenen Wohnumfeld", erklärt SPZ-Leiterin Heidi Himmelhuber. Die Mitarbeiter geben den Erkrankten Hilfestellungen bei verschiedenen Alltagstätigkeiten. Sie gehen mit zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Behörde, überlegen gemeinsam mit dem Klienten bei Bedarf auch, was er kochen könnte oder wie er seine Freizeit sinnvoll gestaltet. Ziel ist es, die Auswirkungen der Krankheit zu lindern. Das Konzept "Ambulant betreutes Wohnen" trage maßgeblich dazu bei, dass die Zahl der Klinik-Einweisungen in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei. Träger des SPZ ist die Diakonie. Das "Ambulant betreute Wohnen" ist nur ein Teil der Dienstleistungen, die von der Einrichtung in der Paulanergasse angeboten werden. Vor 20 Jahren gab es nur einen Mitarbeiter, der Hilfesuchende mobil betreute. Sechs Plätze standen 1996 zur Verfügung. Mittlerweile ist das Team auf neun Köpfe angewachsen, so dass jetzt 40 Klienten in Stadt und Landkreis versorgt werden können. "Manche Leute nehmen unsere Dienste nur einen Monat lang in Anspruch", erzählt Himmelhuber. "Andere betreuen wir schon seit 15 Jahren."

Diagnose ist Voraussetzung


Arbeit gibt es genug, die Anfragen reißen nicht ab. Einen Trend macht das Team dabei aus: Die Betroffenen werden immer jünger und das Krankheitsbild Persönlichkeitsstörung tauche häufiger auf. Es gibt zwar eine Warteliste. "Aber abgewiesen wird keiner", versichert Himmelhuber. Voraussetzung für eine Aufnahme in das ambulante Betreuungsprogramm sei eine Diagnose durch einen Facharzt.

Telefon-SprechstundeUm das Thema "Depression im Berufsleben" geht es am Mittwoch, 9. November, bei einer Telefon-Sprechstunde unserer Zeitung. Drei Experten stellen sich den Fragen der Anrufer:

Katharina Mainka ist Ansprechpartnerin für betroffene Arbeitnehmer aus Amberg, 09621/306-223.

Martin Schmid ist zuständig für Beschäftigte in Weiden, Neustadt und Tirschenreuth, 09621/306-133.

Martin Golinski erteilt Arbeitsuchenden aus der Stadt und dem Landkreis Amberg-Sulzbach Auskunft, 09621/306-181.

Sämtliche Gespräche werden absolut vertraulich behandelt.
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