Anwalt von Messerstecher ruft Bundesgerichtshof an
Mühl legt Revision ein

Amberg-Sulzbach. Nur wenige Stunden nach einem am Montag beim Landgericht ergangenen Urteil hat der Amberger Anwalt Jürgen Mühl Revision gegen die Entscheidung zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eingelegt. Mühl will anfechten, dass ein von ihm vertretener Kosovo-Albaner (20) nach einer Messerstecherei für sechs Jahre hinter Gitter muss.

Die Jugendstrafkammer des Landgerichts hatte ihrem Urteil ein Verbrechen des versuchten Totschlags im Zusammenhang mit gefährlicher Körperverletzung zugrunde gelegt und sich überzeugt davon gezeigt, dass der Kosovare im April vergangenen Jahres einen damals 17 Jahre alten ukrainischen Staatsbürger mit fünf Messerstichen schwer verletzte. Die Tat (wir berichteten) trug sich in einem von Asylsuchenden bewohnten Zweifamilienhaus in Seugast zu.

Jürgen Mühl und die ebenfalls den Kosovo-Albaner vertretende Anwältin Dagmar Ciccotti (Maxhütte-Haidhof) hatten während des Prozesses und dann auch in ihren Plädoyers geltend gemacht, die Tat sei nicht ohne Gegenwehr des Opfers geschehen. Außerdem habe der 17-Jährige die Auseinandersetzung durch einen verbalen Streit mit der Freundin des Täters ausgelöst. Von daher verneinten sie eine Tötungsabsicht.

Der Amberger Anwalt hat jetzt vier Wochen Zeit, um seine Revisionsschrift zum BGH einzureichen. Er will nun erst noch das schriftliche Urteil der Jugendstrafkammer des Amberger Landgerichts abwarten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.