Ausbildungsseminar aus Sulzbach-Rosenberg besucht US-Stützpunkt in Vilseck
Polizei testet ihr Englisch bei MP

Staff Sergeant Frady (links) erklärte den jungen Beamten die Tätigkeiten der US-Kriminalpolizei - natürlich alles auf Englisch. Bild: hfz

Ihre mündliche Prüfung in Englisch steht kurz bevor. So gesehen passte der Besuch der jungen Beamten des 27. Ausbildungsseminars der Bereitschaftspolizei aus Sulzbach-Rosenberg bei der US-Militärpolizei in Vilseck bestens. War das Treffen doch auch eine gute Gelegenheit, Englisch zu praktizieren, und zwar über berufseigene Themen.

Amberg-Sulzbach. Zudem stand jedermann vor der Herausforderung, sowohl Kontakt- als auch Sprachbarrieren zu überwinden und abzubauen, heißt es in einer Presseinformation der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung, die eine wichtige Erkenntnis beider Seiten herausstellt. Es gehe letztlich immer um ein gemeinsames Ziel: Leben zu retten. So formulierte das Provost Marshal Lieutenant Colonel John Bergman, der ranghöchste Verbindungsmann von MP und US-Armee zu deutschen Behörden.

Wie kleine US-Stadt


Der ortsansässige Verbindungsbeamte von der Polizeistation Vilseck, Polizeihauptkommissar Gerhard Männer, hatte zuvor alle deutschen Teilnehmer bei der Fahrt durchs Südlager begrüßt. Schon dabei wurde den jungen Beamten deutlich, dass die Rose Barracks beinahe einer amerikanischen Vorstadt gleichen, wären da nicht die militärischen Einrichtungen, die die Szenerie ebenso prägen.

Neben den bunten Doppelhaushälften der Housing Area, die per Container eingeschifft wurden, stehen Schulen, Kindergärten, Spielplätze und ärztliche Einrichtungen. In der Nachbarschaft sieht man aber auch den großen Fuhrpark mit Militärfahrzeugen, zwei Munitionslager oder den Flugplatz für Drohnen mit einer Spannweite von bis zu vier Metern. Für einen kurzen Moment zum Innehalten zwang die jungen Polizisten nach eigener Auskunft eine sogenannte Kriegstafel auf einer großen Grünanlage, umringt von zig angepflanzten jungen Bäumen. Jeder einzelne Stamm erinnert hier an einen gefallenen Soldaten aus den zurückliegenden Auslandseinsätzen.

Aufgrund ihrer Bedeutung und Größe mit insgesamt rund 15 000 US-Angehörigen haben die Rose Barracks auch eine eigene Station der Military Police (MP). Ganz nach dem Motto, "Sprache lernen steht und fällt mit der Motivation", wurde dort der Hauptteil der Veranstaltung nur in englischer Sprache abgehalten. In einem Konferenzraum wurden die Beamten in Ausbildung durch Staff Sergeant Frady, der bereits seit 15 Jahren Soldat und nun Leiter der Ermittlungsgruppe bei der MP ist, gebrieft. Nachdem ein Überblick unter anderem über den Aufbau sowie die Aufgaben und Zuständigkeiten der MP verschafft und auch eine Kriminalstatistik präsentiert worden war, teilten sich die Auszubildenden auf drei Stationen auf. Dabei bekamen sie weitere Einblicke in die Arbeit der MP und verloren laut Presseinfo auch ihre letzten Hemmungen in Sachen Kommunikation in Englisch.

Während Frady die Tätigkeiten der US-Kripo erklärte, brachte Sergeant Martinez die täglichen Aufgaben der US-Verkehrspolizei näher und präsentierte das Equipment im Streifenwagen. An der dritten Station legte Männer seine Funktion als Verbindungsbeamter im eigenen Büro mit EDV-Zugang dar. Er erledigt sämtliche Aufgaben, die im Zusammenhang mit den Soldaten stehen. Er ist damit erste Anlauf- und ständige Verbindungsstelle zwischen deutschen Behörden und dem Provost Marshal.

Blick bis zum Ochsenkopf


Dessen Leiter maß dem Besuch der jungen Beamten "hohe Bedeutung" bei. Als Art "Belohnung" gab es zum Schluss für sie eine Fahrt über den Truppenübungsplatz vorbei an Schießplätzen, durch Flora und Fauna bis zum Bleidorntower. Von diesem hatte das Ausbildungsseminar eine weite Aussicht über die 236 Quadratkilometer große Impact-Area. Die Beamten konnten sogar bis zum Ochsenkopf, dem zweithöchsten Berg des Fichtelgebirges, blicken.
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