Bauernverband informiert in Seminar mit Experten zu wichtigem Thema
Damit die Hofübergabe gelingt

Steuerberater Tobias Dirmeier, Maria Weidenhiller von der Landwirtschaftlichen Familienberatung der Diözese Eichstätt, Notar Dr. Johann Frank und BBV-Generationenfolgeberater Simon Lösch (von links) spielten sich beim Hofübergabeseminar die Bälle zu, ergänzten ihre jeweiligen Fachthemen mit Tipps aus der Praxis und ihren Erfahrungen. Bild: hfz

Amberg-Sulzbach. Der "Rollenwechsel" in der Landwirtschaft, Güterstände, Übergabe des Betriebs und Informationen über das in diesem Zusammenhang gültige Steuerrecht: Das waren die Hauptthemen eines Hofübergabeseminars des Bayerischen Bauernverbands in Fichtenhof. BBV-Generationenfolgeberater Simon Lösch hieß neben über 75 Teilnehmern die Referenten Notar Dr. Johann Frank, Maria Weidenhiller von der landwirtschaftlichen Familienberatung der Diözese Eichstätt und Steuerberater Tobias Dirmeier willkommen.

Lösch betonte, dass sich die Betroffenen über einen längeren Zeitraum intensiv mit der Materie befassen und mit allen Beteiligten, auch den weichenden Erben, die vertraglichen Regelungen absprechen sollten. Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe gingen, wie die Praxis zeige, schon zu Lebzeiten der Älteren durch einen notariellen Vertrag auf die nachfolgende Generation über.

Anhand von Beispielen gab Johann Frank einen Überblick über die sich daraus ergebenden Probleme und ihre Regelung. Primäres Ziel sei die Fortführung der Landwirtschaft und die Versorgung der Übergebenden. Gleichberechtigt seien auch Existenzsicherung der Erwerber und Abfindung der weichenden Erben. Der Referent behandelte Fragen zu den Gegenleistungen, die Begrenzung der Dienstleistungspflicht des Übernehmers im Falle von Krankheit und Gebrechlichkeit und das Wohnrecht für die ursprünglichen Betreiber. Die Frage, wer für Heimkosten haftet, wurde vom Notar ebenso erläutert, wie die Auswirkungen ehelicher Güterstände auf die Landwirtschaft.

Maria Weidenhiller berichtete anhand praktischer Beispiele, wie der Generationswechsel gelingt. Das Los-lassen-Können falle vielen Übergebern oft schwer, sei aber Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander. Die Meldevorschriften und die sozialversicherungsrechtlichen Folgen für Übergeber und Übernehmer behandelte Lösch. Tobias Dirmeier erklärte die ertragssteuerlichen Konsequenzen von Flächenzurückbehaltungen. Er wies darauf hin, dass Entnahmegewinne von den Übergebern versteuert werden müssten.

Fazit aller Referenten: Es ist enorm wichtig, sich im Einzelfall ausführlich beraten zu lassen. Die BBV-Geschäftsstelle ist ihren Mitgliedern dabei behilflich. Außerdem bieten die Notare ebenfalls Unterstützung bei der zivilrechtlichen Gestaltung eines Übergabevertrags an.
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