Besuch im Sommer
Freundschaft mit Schottland neu belebt

Kommunale Jugendpflegerin Claudia Mai freut sich über Besuch aus Schottland. Bild: hfz

Die See ist rau, die Küsten sind zerklüftet, die Menschen den Oberpfälzern nicht ganz unähnlich: freundlich, aber manchmal etwas wortkarg. Schottland hat ganz spezielle Reize. Jetzt entdeckt Amberg-Sulzbach seinen Partnerlandkreis wieder neu.

Amberg-Sulzbach. Jahrelang reisten Jugendliche aus der Region mit dem Kreisjugendring auf die Insel Mull in den Partnerlandkreis Argyll and Bute. Die Fahrten standen irgendwann nicht mehr im Programm und es wurde still um den rauen Landstrich. Bald schon sollen schottische Jugendliche nach Amberg-Sulzbach kommen und die Beziehung mit neuem Leben füllen. Wer einen Schotten aufnehmen möchte, kann sich noch heute per Formular bei der Kommunalen Jugendarbeit (KoJa) unter www.koja-as.de anmelden. Kommunale Jugendpflegerin Claudia Mai erklärt, warum die Partnerschaft jetzt neu aufflammt.

Wie lange waren schon keine Schotten mehr im Landkreis Amberg-Sulzbach zu Besuch?

Claudia Mai: Die letzte Jugendbegegnung mit den Schotten liegt schon sehr, sehr lange zurück. Die Rückfrage bei meiner Vorgängerin ergab, dass es mindestens seit 2007 keine Besuche mehr gab.

Warum schlief der Kontakt ein und warum organisierte beispielsweise der Kreisjugendring keine Touren mehr dorthin?

Claudia Mai: Zuletzt fand im Sommer 2013 eine Reise nach Schottland statt, an der 20 Jugendliche teilnahmen. Leider konnte vor Ort kein Kontakt zu Einheimischen aufgenommen werden, so dass die Fahrt letztendlich ohne schottische Bekanntschaften beendet werden musste. Dies war der Grund für den KJR und die KoJa, die Fahrt nach Schottland für mindestens ein Jahr auszusetzen und die Jugendbegegnung auf ganze neue Beine zu stellen.

Und die Vereine?

Claudia Mai: Auch bei den Vereinen aus dem Landkreis schlief der Kontakt leider ein. Die Aktiven "Vorantreiber und Organisierer" waren ins Alter gekommen, neue und jüngere Leute kamen leider nicht nach.

Woran liegt es, dass die Partnerschaft jetzt neu aufflammt?

Claudia Mai: Mit der Entscheidung, die Jugendbegegnung neu zu planen, gab es zunächst Einiges zu tun. Es wurde ein Handbuch für internationale Jugendbegegnungen verfasst, das auf Englisch übersetzt wurde. Mit Hilfe der Volkshochschule (VHS), genauer Manfred Lehner und Majorie Friedl als gebürtiger Schottin, konnten wir Ansprechpartner für die Jugendarbeit ausmachen und auf Grundlage des Handbuchs erste zarte Kontakte knüpfen. Die Idee, dass sich vorerst die Fachkräfte kennenlernen und wir vor Ort zusammentreffen, stieß auf großen Anklang und so besuchten wir im Oktober 2015 den Nachbarlandkreis. Und wie es so ist: Kennt man sich erst mal persönlich, läuft die Kommunikation gleich viel besser. Seitdem sind wir im regen Austausch und erwarten im Sommer junge Schotten aus Oban.

Profitieren Jugendliche von solchen Begegnungen?

Claudia Mai: Enorm. Sie erweitern ihren Horizont, knüpfen Freundschaften, setzen sich mit Landes-Themen auseinander. Allein dies ist Anlass, dass die Jugendarbeit Feuer und Flamme für solche Fahrten ist und viel Energie hineinsteckt.

Wie soll die deutsch-schottische Begegnung bei uns im Landkreis ablaufen?

Claudia Mai: Für die Woche gibt es noch nicht allzu viele Planungen. Uns - und das ist ein Grundsatz der Jugendarbeit - ist es wichtig, dass die jungen Teilnehmer an ihrem Programm mitbestimmen dürfen und so planen, wie es ihnen gefällt. Wir unterstützen dabei und organisieren im Hintergrund fleißig mit. Fest steht: wir widmen uns dem Thema "healthy lifestyles and active aging". Das Motto werden wir in Vortreffen mit den deutschen Jugendlichen bearbeiten und Ideen zur Ausführung finden. Die Woche selbst werden wir mit viel Action und Zeit für eventuelle Homestays verbringen.

Wer kann sich für eine Teilnahme an dem Programm bewerben?

Claudia Mai: Die schottische Gruppe steht schon fest. Es werden etwa 15 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren mit zwei Begleitern zu uns reisen. Für die deutsche Partnergruppe können sich noch bis heute junge Leute zwischen 13 und 17 Jahren anmelden. Anmeldeformulare dazu gibt es auf der Internetseite unter www.kjr-as.de.

Wann erfolgt der Gegenbesuch?

Claudia Mai: Ein Gegenbesuch ist für Ostern oder Sommer 2017 geplant. Tendenz Ostern.
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