Bohrmaschine für Knochenzugänge macht komplizierte Infusionen möglich
Nur im äußersten Notfall

Mit einer Spende von 3000 Euro ermöglicht der Lions-Club Amberg-Sulzbach die Anschaffung von sechs EZ-IQ-Systemen für die Rettungswagen von BRK und ASB. Vorne von links: LC-Schatzmeister Hans Fürnkäs, Erwin Gräml (BRK), Lions-Präsident Josef Prüll, der Vorsitzende des Lions-Hilfswerks Amberg-Sulzbach, Dr. Stefan Huber, und Florian Karger (ASB-Regionalverband Jura). Dahinter Florian Himmelhuber (BRK Amberg) und BRK-Kreisgeschäftsführer Björn Heinrich. Bild: usc

Amberg-Sulzbach. Mit einer Spende des Lions-Clubs Amberg-Sulzbach über 3000 Euro wird das Rote Kreuz fünf EZ-IQ-Systeme für seine Rettungsfahrzeuge anschaffen. Ein weiteres Exemplar kommt in einem Wagen des Arbeiter-Samariter-Bunds in Auerbach zum Einsatz. Mit dem in den USA entwickelten System können Sanitäter in dringlichen Notfällen, hauptsächlich bei Kindern, sehr schnell einen Zugang für lebenswichtige Infusionen etablieren.

In manchen Situationen ist es für einen Patienten lebensnotwendig, Medikamente ohne Zeitverzögerung zu erhalten. Standardmäßig wird dazu ein Venenzugang angelegt. Bei Schock, Herzstillstand, schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit und bei kleinen Kindern ist dies zum Teil unmöglich. Auch sehr geübte Notärzte schaffen das oft nicht.

Bislang war in Krankenhäusern ein zentraler Venenkatheter die Alternative. Dies dauert jedoch länger, birgt ein höheres Komplikationsrisiko und ist in der Notfallmedizin nur sehr seltenen Situationen vorbehalten. Deshalb haben viele Mediziner nach anderen Möglichkeiten der Medikamentengabe gesucht. Es ist bekannt, dass Infusionen in das Knochenmark genauso erfolgreich durchgeführt werden können. Bisher waren aber nur manuelle Systeme auf den Rettungswägen, die wegen der langsameren und etwas schmerzhafteren Prozedur nur wenig Anklang fanden.

Seit wenigen Jahren existiert dafür eine Bohrmaschine für Knochenzugänge. Dieses System hat sich als lebensrettend erwiesen. Die Handhabung ist einfach, Komplikationen sind extrem selten und wenig lebensbedrohlich. Patienten berichten von einer schmerzarmen Prozedur. Mit dem wartungsfreien Bohrer, dessen Batterie für 750 Anwendungen konzipiert ist, erhält man einen Gefäßzugang binnen weniger Sekunden. Die wirksame Flüssigkeits- und Medikamentenapplikation ist vergleichbar mit der Gabe über die Vene. In amerikanischen Kliniken sowie beim Militär gehört dieses Vorgehen inzwischen zum Standard.

Auch in Deutschland ist es im Rettungsdienst schon etabliert, vor allem Hubschrauber-, Kindernotärzte und natürlich deren Patienten profitieren davon. Im Landkreis und in Amberg wird es bisher nur im Notarzteinsatzfahrzeug vorgehalten. Durch die Lions-Spende von fünf Geräten für das BRK und eines Systems für den ASB in Auerbach werden jetzt alle Rettungswagen in Amberg und im Landkreis ausgerüstet.
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