CSA-Träger der Feuerwehr stehen parat
Backup für den Landkreis

In Chemikalienschutzanzügen sind die Aktiven bei Gefahrgut-Unfällen im Einsatz. Eine spezielle Truppe des Fachbereichs Gefahrgut dient nun als Reserve für den Landkreis. Bilder: hfz (2)

Die Retter sind seit Stunden in einem Einsatz, bei dem Gefahrgut im Spiel ist. Sie sind erschöpft. Für solche Situationen gibt es künftig auf Landkreis-Ebene ein Team von CSA-Trägern. Dessen Mitglieder können alarmiert werden, die Feuerwehrleute dann abzulösen.

Amberg-Sulzbach. Zur Auftaktveranstaltung im Gasthaus Wulfen in Kauerhof waren viele Chemikalienschutzanzug-Träger der Feuerwehr als Hauptakteure und ihre Kommandanten gekommen. Über die große Resonanz freute sich Kreisbrandmeister Alexander Graf (Ursensollen), der federführend für den Fachbereich Gefahrgut des Kreisfeuerwehrverbandes das Projekt betreut.

Auch Lagerfeuerwehr


Zunächst informierte Graf, welche Feuerwehren über Chemikalienschutzanzug-Träger verfügen. Dies sind Sulzbach, Rosenberg, Auerbach, Schnaittenbach und Amberg. Hinzu kommen noch die Werksfeuerwehr von AKW/Kick und die Lagerfeuerwehr der US Army. Diese hätten zwar entsprechende Anzüge und Gerätschaften, seien aber in der Regel nicht in den Alarmierungsschleifen.

Auf Landkreis-Ebene gibt es laut Graf zudem 100 ausgebildete CSA-Träger. Diese seien als Landkreis-Reserve zu sehen. Sie würden alarmiert, wenn bereits eingesetzte Kräfte aus dem Einsatz herausgelöst werden müssen oder zusätzliche CSA-Träger benötigt werden. Graf erläuterte die Alarmierung und auch, wie die ablösenden CSA-Kräfte ausrücken sollen. "Eine Anfahrt mit Privatautos ist nicht erlaubt."

Für die Alarmierung wurde der Landkreis in Nord und Süd aufgeteilt. Nochmals betonte Graf, dass die CSA-Träger des Fachbereichs Gefahrgut als "reiner Nachalarm gedacht sind". Ihre Alarmierung ordne die Einsatzleitung vor Ort an. Ein Zeitdruck bestehe nicht. "Wenn wir alarmiert werden, dann läuft der Einsatz sowieso schon länger", informierte der Ursensollener.

Regelmäßige Lehrgänge


Wer dieser Gruppe angehört, muss regelmäßig an Wiederholungslehrgängen des Fachbereichs teilnehmen, mindestens alle zwei Jahre. "Darüber muss man sich im Klaren sein", betonte Graf. Ebenso erforderlich sei die Teilnahme an Einsatzübungen im Landkreis. Allzu häufig werde diese Landkreis-Reserve nicht alarmiert, meinte Kreisbrandmeister Alexander Graf: "Es ist ja nicht so, dass man fünfmal am Tag zu einem Gefahrgut-Einsatz ausrückt."

Eigener FachbereichKreisbrandmeister Alexander Graf (Ursensollen) ist zuständig für den Fachbereich Gefahrgut der Landkreis-Feuerwehr. Unterstützt wird er dabei von Christian Gräßmann (Schnaittenbach), Jochen Sandig (Rosenberg), Markus Held (Auerbach), Andreas Färber (Haag) und Hans Sperber (Achtel). Der Fachbereich kümmert sich um eine flächendeckende Gefahrgutausbildung im Raum Amberg-Sulzbach in mehreren Modulen. Für Chemikalienschutzanzug-Träger gibt es Grund- und Wiederholungslehrgänge. (san)


Zu Gefahrgut-Unfällen wird ja nicht fünfmal am Tag ausgerückt.Alexander Graf
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