Der Bayerische Jagdverband (BJV) warnt vor Wildunfällen im Herbst
Heim und Futter plötzlich weg

Die Häcksler leisten ganze Arbeit: Innerhalb kurzer Zeit ist der Mais weg, die Landschaft vielerorts völlig verändert - ein enormer Schock für die Wildtiere. Bild: Gebhardt

Die Felder sind abgeerntet, die Tage werden kürzer. Das Risiko der Wildunfälle steigt. Sie können zu jeder Tageszeit passieren, doch am frühen Morgen sowie in der Dämmerung ist es besonders kritisch: Das Wild ist in dieser Zeit vermehrt aktiv. Der Bayerische Jagdverband (BJV) ruft daher zur erhöhten Vorsicht auf.

Amberg-Sulzbach. Die BJV-Kreisvorsitzende von Sulzbach-Rosenberg, Lore Kaiser, erklärt die Situation: "Nach der Ernte ändert sich der Lebensraum für Schwarzwild, Reh, Hase und Fasan großflächig und drastisch. Wo sie zuvor Äsung und Deckung fanden, stehen innerhalb weniger Stunden nur noch Stoppeln auf den Feldern: Der Tisch ist abgeräumt, die Wohnung zerstört."

Für die Wildtiere stellt diese Veränderung ihres Lebensraums eine Notsituation dar, sie erleben den sogenannten Ernteschock. Die Jägerin schildert das so: "Stellen Sie sich vor, Sie kämen am Abend nach Hause und würden Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht mehr auffinden - so ergeht es nun unzähligen Wildtieren. Sie irren auf der Suche nach geeignetem Lebensraum verwirrt umher."

Da ihr Futterplatz geräumt ist, begeben sich die Wildtiere auf die Suche nach neuen Äsungsflächen und Einständen. "Ihre Wege dorthin führen sie nicht selten über unser dichtes Straßennetz. Von Hunger getrieben, überqueren sie häufiger als gewöhnlich dicht befahrene Straßen - bevorzugt in der Dämmerung, zur Hauptverkehrszeit."

Daher gilt laut Kaiser das oberste Gebot: erhöhte Vorsicht und Bremsbereitschaft. "Autofahrer müssen im Herbst mehr damit rechnen, dass ein Tier unerwartet auf die Fahrbahn läuft. Da sich Wild in dieser Jahreszeit zu sogenannten Sprüngen oder Rotten versammelt, folgen einzelnen Tieren in der Regel weitere nach."

Fallendes Laub, Nässe, Nebel und Verschmutzungen der Straßen durch Erntefahrzeuge stellen zudem eine Gefahrenquelle für Autofahrer dar. Ein dringener Appell des Jagdverbandes an Verkehrsteilnehmer lautet: stets bremsbereit sein und den Fahrbahnrand aufmerksam beobachten.
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