Die Polizei warnt:
Teerkolonnen zocken ab

Polizei warnt vor Abzocke durch Teerkolonnen. (Foto: Huber)

Amberg-Sulzbach. Sie arbeiten unfachmännisch, benutzen minderwertiges Material - und stellen dafür überhöhte Rechnungen: Vor unseriösen ausländischen Teerkolonnen, die derzeit im Landkreis Dienste anbieten, warnt die Amberger Polizeiinspektion. Sie hat ein aktuelles Beispiel parat: Dabei ließ sich "ein Hausbesitzer auf die Zahlung von 3000 Euro ein. Ob dieser Betrag in Einklang zu den geleisteten Arbeiten steht, scheint sehr fraglich." Drei Mitteilungen über das Auftreten solcher Wanderarbeiter gingen am Donnerstag bei der Inspektion ein. In einem Fall hatte ein Angehöriger einer Teerkolonne tags zuvor einem Hausbesitzer in Kümmersbruck offeriert, für zehn Euro pro Quadratmeter seinen Hof zu asphaltieren.

Der Kümmersbrucker ließ sich auf dieses vermeintlich günstige Geschäft ein. Er vereinbarte sogar, dass auf einem zweiten, rund 150 Quadratmeter großen Grundstück ebenfalls ein neuer Belag aufgebracht werden sollte. Eine gute Stunde später tauchten mehrere Männer in zwei Lkw mit ausländischer Zulassung auf und begannen mit den Arbeiten, so berichtet die Polizei. Für das zweite Grundstück reichte allerdings das Material nicht mehr.

Der angebliche "Chef" der Truppe versprach, die restlichen Arbeiten im Frühjahr zu erledigen - forderte aber sofort den vereinbarten Betrag von 3000 Euro. Er bekam das Geld schließlich, ohne Aushändigung einer Rechnung, bar auf die Hand. Daraufhin verschwanden die Männer, so schnell, wie sie gekommen waren. Im Nachhinein kamen dem Hausbesitzer dann allerdings erhebliche Zweifel, ob sein Auftrag tatsächlich fachgerecht ausgeführt wurde.

Tags darauf meldete er den Vorfall der Polizeiinspektion, die nun ermittelt - und skeptisch ist: Ob der Mann "von seinem Geld irgendwann etwas zurückbekommt, scheint eher zweifelhaft." Solche Teerarbeiten seien auch schon in Freudenberg, Ursensollen und Illschwang angeboten wurden: "Es ist nicht auszuschließen, dass die Kolonne noch in der Region unterwegs ist."

Tipps der Polizei"In den allermeisten Fällen werden Arbeiten solcher reisender Handwerker unfachmännisch und unter Verwendung von minderwertigen Material ausgeführt. Dazu wird oftmals noch eine weit überhöhte Rechnung präsentiert und die Auftraggeber werden unter Druck gesetzt", darauf macht die Polizei aufmerksam und rät: "Lehnen Sie Angebote sogenannter Wanderarbeitern, die Ihnen spontane Bau-/Sanierungsarbeiten auf Ihrem Grundstück (insbesondere Dach-/Pflaster-/Teerarbeiten) zu angeblichen Schnäppchenpreisen anbieten, lieber ab!" Besser sei es, im Zweifelsfall ein Vergleichsangebot eines örtlichen Fachbetriebs einzuholen. Noch ein Tipp: "Zahlen Sie niemals Geld im Voraus!" Um dubiose Personen an der Haustür schnell loszuwerden, genügt meistens schon der Hinweis darauf, die Polizei zu rufen. (eik)
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