Eichenprozessionsspinner legt eine Woche Gasthof-Spielplatz lahm
Sieben Kinder verletzt: Wirt handelt sofort

Gesperrt war nur der Spielplatz, nicht der Biergarten. Heute ist wieder auf.

Andreas Kopf geht offen mit dem Problem um. Zumal es seit Freitag behoben ist. Dafür allerdings musste der Wirt des gleichnamigen Gasthauses in Altmannshof einigen Aufwand betreiben. Aber er hat rasch gehandelt und dem Eichenprozessionsspinner auf seinem Gelände den Garaus gemacht.

Poppenricht. Das geschah gestern durch die Forstservice-Firma Helm & Feuchtmeyer aus Hirschau. Sie war nicht auf irgendeinem Areal des Gasthofs zugange, sondern auf dem Spielplatz an der AS 31, der zwar zu Kopfs Betrieb gehört, aber jederzeit auch öffentlich zugänglich ist. Ihn nutzten vergangene Woche Kindergärten als Treffpunkt für eine Erlebniswoche in der umliegenden Natur. Für sieben Buben und Mädchen hatte das Folgen, die vorher niemand ahnte, berichtete Kopf in dieser Woche selbst ziemlich erschrocken.

Spielplatz sofort gesperrt


Die Kinder kamen offenbar während ihrer Wartezeit beim Bringen und Holen, die sie auf dem Spielplatz verbrachten, mit den gefährlichen Nesselhaaren der Raupen in Berührung. Die Symptome zeigten sich erst Ende vergangener Woche, so Kopf, der nach eigener Auskunft am Samstagabend durch einen entsprechenden Anruf von betroffenen Eltern - auch zwei Erwachsene spürten die typischen Reaktionen - informiert wurde. Demnach hatten noch an diesem Tag sechs Buben und Mädchen den kinderärztlichen Notdienst aufsuchen müssen (einer am Montag), weil sie entzündliche bzw. allergische Hautveränderungen zeigten, die klar auf die Haare des Eichenprozessionsspinners zurückzuführen waren.

Als Kopf das hörte und sicher war, dass sich die Tierchen auf einer seiner drei alten Eichen am Spielplatz eingenistet haben, handelte er ohne Zögern. Er sperrte noch am Abend seinen Spielplatz mit Trassierband und Warnschildern ab. Das hielt bis einschließlich gestern die Nutzer fern - auch Gäste, sagt Kopf, was er für die Sicherheit der Kinder aber in Kauf nahm. Und nicht nur das: Der Wirt bemühte sich umgehend, noch in dieser Woche eines der derzeit gut gebuchten Spezialunternehmen zu bekommen, die den Eichenprozessionsspinner in Vollschutzanzügen beseitigen. Das erledigte die Firma Helm & Feuchtmeyer, die über mehrere Stunden rund 15 Nester entfernte und zur Entsorgung mitnahm.

Ab heute wieder geöffnet


Nun ist die befallene Eiche wieder "sauber". Es droht auch nach Auskunft der Fachleute keine Gefahr mehr und Andreas Kopf kann seinen Spielplatz ab dem heutigen Samstag wieder freigeben. Er tut das gerne für alle Nutzer, die bisher und weiter uneingeschränkt kommen dürfen. Nicht unerwähnt lässt der Wirt, dass ihn die ebenso nötige wie aufwendige Aktion samt Hebebühneneinsatz bis zu 1500 Euro kosten wird - den Ausfall seines entgangenen Geschäfts mit Familien, die sieben Tage lang fernblieben, nicht eingerechnet.
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