Ein Ausblick auf das Schuljahr 2016/17 im Landkreis
Boom bei ganztags

"Die offene Ganztagsschule soll eine Alternative zur Mittagsbetreuung sein." Zitat: Schulamtsdirektor Peter Junge

Sie stehen am 13. September sicher mit ganz aufgeregt pochenden Herzen an der Klassenzimmertür und freuen sich (in der Mehrzahl) auf den Schritt ins Schulleben: die Abc-Schützen. Heuer gibt es aber im Landkreis mit 831 genau 38 weniger als 2015.

Amberg-Sulzbach. In den vergangenen Jahren war hier jeweils ein Anstieg zu verzeichnen gewesen. Der zeigt sich immer noch bei der Zahl der Kinder an den 23 Grundschulen in Amberg-Sulzbach insgesamt. Da hat das Schulamt zum Stichtag 14. Juni deren 3320 auf der Rechnung, also 36 mehr als im vergangenen Jahr.

Mehr Schüler, das bedeutet einen erhöhten Bedarf an Lehrern. Diejenigen, die in der Grundschule unterrichten wollen, werden deshalb heuer bis zu einer Prüfungsnote von 3,5 genommen, verdeutlicht Schulamtsdirektor Peter Junge im AZ-Gespräch die Zusammenhänge. Die mobile Reserve, die sich ebenfalls nach der Schülerzahl sowie den Besonderheiten des Schulamtsbezirks richtet, wird in der gleichen Stärke gebildet wie 2015. "Das geht nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip."

Für die Mittelschulen bedeuten 1804 Köpfe (ohne Kinder in Übergangsklassen) einen Rückgang um 71. Der größte Schulverbund ist weiterhin Sulzbach-Auerbach mit 796 Schülern vor Obere Vils/Ehenbach mit 442 und Unteres Vilstal mit 405. Die Mittelschule Ursensollen mit 173 Schülern gehört dem Verbund Amberg-Stadt an.

Die größte Grundschule im Landkreis ist mit 369 Kindern die Pestalozzi-Schule in Sulzbach Rosenberg, die kleinste in Ehenfeld bringt es nur auf 35 Schüler. Bei den Mittelschulen liegt die Spannweite zwischen 523 (Krötensee) und 45 (Hirschau).

Mehr Flexibilität


Standorte für M-Klassen sind Auerbach (4 Klassen), Krötensee (9), Hahnbach (6) und Kümmersbruck (5). Deren Zahl hat sich nicht verändert. Gleiches gilt für die 27 jahrgangsgemischten Klassen (Kombiklassen) im Schulamtsbezirk Amberg/Amberg-Sulzbach, wo es aber jetzt 14 statt 11 in der Kombination 1/2 gibt. Diese Steigerung geht unter anderem darauf zurück, dass die Standorte Hirschau/Ehenfeld und Schmidmühlen neu in das Profil "Flexible Grundschule" aufgenommen wurden. Es erfordert Kombiklassen, weil hier die ersten beiden Klassen genauso gut in einem wie in zwei oder in drei Jahren absolviert werden können. Die bisherigen Erfahrungen damit in Hohenburg und Schnaittenbach führten laut Schulrätin Beatrix Hilburger zu "positiven Rückmeldungen von Schülern, Eltern und Lehrern".

Bei den gebundenen Ganztagsangeboten ändert sich nichts, während für den offenen Ganztag in Grundschulen, der 2015 mit einem Pilotprojekt in Hirschau startete, jetzt auch Ursensollen, Ammersricht Königstein und Vilseck Anträge gestellt haben. Die offene Ganztagsschule soll laut Peter Junge eine Alternative zur Mittagsbetreuung sein. Der Unterschied: Die Mittagsbetreuung (bis 14 oder 16 Uhr) läuft über einen außerschulischen Anbieter. Die offene Ganztagsschule ist eine schulische Veranstaltung, die im Extremfall sogar bis 18 Uhr dauern kann und bei der der Rektor die Verantwortung trägt. Der Vorteil für die Eltern: Sie zahlen dabei nur das Mittagessen.

Die offene Ganztagsschule soll eine Alternative zur Mittagsbetreuung sein.Schulamtsdirektor Peter Junge


Schwartz für ganztagsAls "großen Vorteil für unsere Region" wertet der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Schwartz den Ausbau des Ganztagsangebots in den Grundschulen. Er kommt laut Pressemitteilung in seinem Stimmkreis auf sieben Schulen, die für die Klassen 1 bis 4 offene Ganztagsangebote vorhalten: die Grundschulen in Ammersricht, Hirschau, Königstein, Ursensollen und Vilseck sowie die Sonderpädagogischen Förderzentren in Amberg und Sulzbach-Rosenberg.

Hirschau und Sulzbach-Rosenberg gehörten dabei zu den 120 Grund- und Förderschulen, die bereits 2015 in einer Pilotphase damit begannen. Heuer sollen in Bayern rund 350 weitere Schulen dazukommen.

Ein offenes Ganztagsangebot setzt voraus, dass an mindestens vier Wochentagen ein ganztägiges Angebot für die Schüler bereitgestellt wird, das wöchentlich mindestens zwölf Stunden umfasst. Außerdem muss an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs für die Schüler ein Mittagessen ermöglicht werden. (eys)
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