Es geht um Geschäfte in der Autobranche
Um halbe Million Euro geprellt?

Amberg. Der Fall kam in dieser Woche bei einer Gerichtsverhandlung eher ganz am Rande ans Tageslicht. Als ein um 377 000 Euro gebrachter Kfz-Händler aus dem Landkreis von der Ersten Strafkammer des Landgerichts als Zeuge vernommen wurde, sprach er zum Schluss seiner Aussage von der Insolvenz, die er hatte anmelden müssen. Nicht allein allerdings wegen dieses sechsstelligen Betrags. Er sei auch noch von anderer Seite her um eine halbe Million Euro geprellt worden, sagte er.

Der Prozess (wir berichteten) drehte sich um Geschäfte mit neuwertigen Audi A4, die der Händler über einen Mittelsmann mit Unternehmern aus Dänemark abwickelte. In einer ersten Lieferung bekam er sieben Fahrzeuge. Dann bestellte der 50-Jährige weitere 16 Limousinen, überwies die Summe auf die Bankverbindung eines in Mittelfranken wohnenden Türken und hatte das Nachsehen.

Denn der 31-Jährige, eigentlich nur wegen seines GmbH-Kontos, das er besaß, mit ins Boot genommen, räumte die gesamte Summe in betrügerischer Weise ab und investierte sie angeblich in zwielichtige Verbindungen mit Leuten aus Aserbaidschan. Dort soll alles auf dubiose Weise verschwunden sein.

Die Insolvenz, in welche der Kfz-Händler rutschte, wurde nach den Worten des 50-Jährigen nur teilweise durch den Verlust der 377 000 Euro ausgelöst. Sie fußte angeblich auch auf Geschäften, die er mit einem anderen Mann aus der Autobranche aus dem Raum Amberg machte. Dabei seien rund 500 000 Euro für ihn buchstäblich den Bach runtergegangen, hieß es.

Das erstaunte die Vorsitzende Richterin Roswitha Stöber. Sie hatte davon noch nichts gehört. Also erkundigte sie sich bei dem im Prozess anwesenden Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier und hörte: "Es gibt ein Ermittlungsverfahren." Näher äußerte sich Strohmeier nicht.

Allerdings wurde am Rande der Verhandlung deutlich, dass gegen den fraglichen Unternehmer zunächst ein Haftbefehl erging. Er soll zwischenzeitlich unter Auflagen außer Kraft gesetzt worden sein.
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