Feldtag zeigt beduetung der Zwischenfrucht
Kostbaren Boden schützen

Roland Schleicher (links) und Josef Rupprecht (rechts) vom Fachzentrum Agrarökologie in Amberg demonstrierten mit dem Regen-Simulator die Auswirkung starken Niederschlags auf den Boden. Bild: hfz

Fruchtbarer Boden ist die wichtigste Grundlage des Pflanzenanbaus. Dabei spielen Zwischenfrüchte eine große Rolle: Grund genug, sich diesem Thema ausgiebig in Theorie und Praxis zu widmen.

Amberg-Sulzbach. "Zwischenfrüchte steigern Bodenfruchtbarkeit": Mit dieser These hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALEF) Amberg und die Erzeugerringberatung der Oberpfalz einen Feldtag in Krondorf bei Hirschau überschrieben. Ziel der Bewirtschaftung müsse mindestens der Erhalt, besser noch eine Steigerung der Bodenfruchtbarkeit sein: Darauf machte Landwirtschaftsinspektor Wolfgang Wittmann aufmerksam. Um dies zu erreichen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, seien Zwischenfrüchte wichtig - ebenso wie beim Schutz von Oberflächengewässern und Grundwasser.

Durch die Aufnahme der im Boden noch vorhandenen Nährstoffe im Herbst würden diese vor der Auswaschung (auch ins Grundwasser) geschützt, betonte Wittmann. Dabei gehe es vor allem um den Stickstoff, der leicht als Nitrat im Grundwasser landen könne. Bei Oberflächengewässern sei der Erosionsschutz ganz entscheidend: Werde hier Boden eingetragen, landeten damit auch die darin enthaltenen Nährstoffe im Wasser. Bodenbedeckung schütze dagegen und ermögliche bei der folgenden Frucht eine Mulchsaat.

Vom Fachzentrum für Agrarökologie stellte sich der neue Wasserberater Josef Weiß vor. Er unterstützt seit 1. Oktober den bisherigen Berater, Josef Bösl. Weiß wies auf die Wasserrahmenrichtlinie hin, die auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat. Ziel sei es, den guten Zustand von Oberflächengewässern und Grundwasser zu erhalten - oder einen solchen zu erreichen.

Fünf Liter Niederschlag innerhalb von drei Minuten: Die Folgen eines solchen Starkregens auf unterschiedlichen Böden demonstrierte Fachzentrums-Leiter Josef Rupprecht mit Hilfe eines Regen-Simulators. Solche Naturereignisse werde es künftig häufiger geben, prognostizierte er. Im Versuch deutlich zu sehen war: Auf offenem Boden nahm das abfließende Regenwasser beträchtlich Erdreich mit. In den bewachsenen Parzellen, die ein Zwischenfruchtfeld simulierten, war der Abfluss deutlich geringer, ohne Bodenabtrag. Zusätzlich wurden Unterschiede sichtbar - zwischen einem Untergrund mit Fahrspuren und einer nicht verdichtenden Fläche, in der wesentlich mehr Wasser versickern kann. Niederschläge im Boden zu speichern, werde künftig immer wichtiger, machte der Fachmann deutlich: Mit dem Klimawandel würden auch die Trockenzeiten immer ausgeprägter.

Im BlickpunktWelchen Einfluss hat die Bearbeitung auf den Boden - und auf die darauf wachsenden Zwischenfrüchte? Auch das erfuhren die Teilnehmer beim Feldtag. Dazu präsentierte ihnen Wolfgang Wittmann einen Bodenziegel - eine mit dem Spaten ausgestochene Probe: Deutlich war der stark durchwurzelte Bearbeitungshorizont erkennbar. Der nicht bearbeitete Teil darunter war wesentlich dichter und entsprechend weniger durchwurzelt. Wie Wittmann sagte, ist eine intensive Bearbeitung für die Pflanzen-Entwicklung wichtig.

Zuletzt konnten die Teilnehmer auf dem Feld zehn verschiedene Zwischenfrucht-Mischungen begutachten. Vertreter der Saatgutfirmen und der Erzeugerringberatung stellten die Einsatzbereiche vor, gaben Tipps und Hinweise für den Anbau. Bei der Auswahl der Mischungen oder Arten spielt die Fruchtfolge des Betriebs eine Rolle. Wird beispielsweise Raps angebaut, sollten keine Kreuzblütler als Zwischenfrucht folgen. Ist viel Wirtschaftsdünger vorhanden, steht die Nährstoffspeicherung im Vordergrund.

Das AELF Amberg berät die Landwirte bei Fragen zu Zwischenfrüchten, den Möglichkeiten des Greenings (dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaft) und zum Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.