Fichten besonders anfällig für Schädlinge
Borkenkäfer hat keine Chance

Die Waldbesitzer waren sehr erstaunt, wie viele Borkenkäfer sich unter der Rinde tummelten. Zur Bekämpfung des Schädlings sind den Sommer über weitere Schulungen geplant. Unterstützung bekommen Waldbesitzer auch von der Waldbesitzervereinigung, die bei Einschlag beziehungsweise Verkauf des angefallenen Schadholzes hilft. Bild: hfz

Wegen der großen Trockenheit im vergangenen Jahr gedieh er prächtig, der Borkenkäfer. Das macht den Waldbesitzern Sorgen. Doch sie geben nicht auf - ganz im Gegenteil.

Auerbach. Über 30 interessierte Waldbesitzer haben an einer Praxisschulung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg und der Waldbesitzervereinigung (WBV) Sulzbach-Rosenberg im Bürgerwald Auerbach teilgenommen. An einem frisch befallenen Baum klärten die Experten sie auf über den Schädling. Gerade die Fichten haben angesichts des Trockenjahres 2015 stark an Vitalität verloren und seien eine leichte Beute.

"Letztes Jahr konnten sich größtenteils dritte Generationen der Käfer entwickeln. So sind wir heuer schon mit einer erhöhten Ausgangsdichte gestartet", erläuterte Johannes Hauke vom Forstrevier Auerbach. "Kommen dann noch Temperaturen von über 16,5 Grad hinzu, beginnen der Buchdrucker und der Kupferstecher, das sind die gefährlichsten Borkenkäfer bei uns, ab Ende April ihren Schwärmflug", fügte Uwe Gmach von der WBV hinzu. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Waldbesitzer verstärkt nach ersten Anzeichen eines neuen Befalls suchen. Braunes Bohrmehl an Rindenschuppen, frische Harztröpfchen, Spechtspiegel oder eine Grauverfärbung der Baumkrone: Das seien die ersten und zugleich sichersten Anzeigen, dass dieser Baum befallen und nicht mehr zu retten sei. Nachdem die Altkäfer die Eier abgelegt haben, dauere es je nach Witterung sechs bis zehn Wochen, bis sich die Larven zu fertigen Jungkäfern entwickelt haben. Werde der Baum in diesem Zeitraum gefällt und entrindet, sterben die Larven ab.

Richard Schecklmann, stellvertretender Bereichsleiter Forsten des AELF Ambergs, beruhigte aber die Waldbesitzer: "Wir wollen jetzt keine Panik verbreiten." Wenn alle im Wald die Augen offen hielten, werde es zu keinen Problemen kommen.

Gefräßiger Schädling im WaldDie Waldarbeiter Werner Meisel und Matthias Ochs vom Forstbetrieb Auerbach fällten für die Teilnehmer der Praxisschulung eine vom Borkenkäfer befallene Fichten und schälten die Rinde ab. "Ich hätte nicht gedacht, dass in einer äußerlich gesund aussehenden Fichte ein solch erheblicher Befall möglich ist", sagte ein Waldbesitzer erstaunt, als er die zahlreichen Larven und Gänge des Buchdruckers unter der Rinde sah. "Da muss ich jetzt ja gleich in meinem Wald auch nachschauen", meinte ein anderer. Werde mit dem Einschlag so lange gewartet, bis Rinde und Nadeln abgefallen sind, sei es zu spät - die Käfer haben bereits neue Bäume befallen. Werde der Schädling nicht rechtzeitig bekämpft, könnten aus einem beispielsweise im Mai befallenen Baum bis zum Jahresende 400 werden.
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