Fischereiverein betreibt Gewässerpflege in Bühl
Ein ganzer Weiher zieht um

So sieht es aus, wenn Fische umziehen. Für einige besonders stattliche Exemplare brauchten die Helfer vom Fischereiverein große Netze und auch einige Muskelkraft. Bild: oe

Amberg-Sulzbach. Abfischen des Bühler Weihers: Dabei denkt mancher sicher zuerst an frische Oberpfälzer Karpfen. Doch dieses Mal ging es nicht um Gaumenfreuden, sondern um eine notwendige und wichtige Hegemaßnahme. Nach zwölf Jahren war es Zeit, einen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen, informierte Hans-Hermann Lier, der Vorsitzende des Fischereivereins Amberg.

Fische ins Winterquartier


Zu einer ordentlichen Gewässerpflege gehört laut Lier auch das Abfischen. Dabei wird das Wassers langsam abgelassen. In Bühl dauerte das rund eine Woche. So wurden wenig Sedimente, also Ablagerungen, ausgetragen. Alle Fische wurden von vielen Helfern unter Regie von Gewässerwart Max Marr schonend und mit kurzem Transportweg in nahe Winterungen gebracht. Auch Teichmuscheln durften umziehen. Dafür sorgte mit Eifer die Jugendgruppe.

Der Frost hilft mit


Gewichtsmäßig standen die Oberpfälzer Karpfen an erster Stelle. Es folgten Grasfische, Silberkarpfen, Rotfedern, Rotaugen, Schleien, Giebel, Kaul- und Flussbarsche sowie die Raubfische, der Zander. Von der Anzahl her waren Brachsen die meisten Begleitfische. Nimmt diese Art zu stark zu, was im Bühler Weiher der Fall war, kann es zu Problemen im Gewässer kommen, wie Lier erklärte. Durch ihren hochrückigen Körperbau sind Brachsen nach einer gewissen Zeit vor Raubfischen sicher und die Bestandsentwicklung gerät aus den Fugen. Nach dem Abfischen kommt der Teichboden mit Sauerstoff in Berührung. Der Frost im Winter unterstützt die Aufbereitung des Bodens. Im Frühjahr wird der Teich wieder mit Wasser "bespannt", wie es im Fachjargon heißt. Die Fische werden dann in einer neuen Zusammensetzung eingesetzt. Dann sei wieder für die nächsten Jahre Ruhe am Gewässer, betonte der Vorsitzende.
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