Flurdenkmäler sollen systematisch erfasst werden
Datenbank für Marterln

Das Hiltlkreuz in der Nähe von Schmidmühlen. Flurdenkmäler wie dieses sollen im ganzen Landkreis systematisch erfasst werden. Die Geschichte der Feldkreuze und Marterln, ihr genauer Standort und natürlich Bilder sollen in einer Datenbank zusammengefasst werden. Bild: pop

Früher gab es für Feldkreuze und Bildstöcke höchstens eine Sitzbank. Demnächst sollen die Flurdenkmäler mit einer Datenbank ausgestattet werden. Die Heimatpfleger aus dem Landkreis wollen sich um die Dokumentation kümmern.

Amberg-Sulzbach. Die bevorstehende digitale Erfassung der Flurdenkmäler und Hausnamen war Hauptthema bei der 13. Tagung der Kreis- und Ortsheimatpfleger im König-Ruprecht-Saal in Amberg. Hausnamen haben auch im Amberg-Sulzbacher Land eine lange Geschichte und sind vielerorts noch gebräuchlich, berichtete Kreisheimatpfleger Dieter Dörner. "Aber sie verschwinden langsam und geraten in Vergessenheit. Dem möchten wir entgegenwirken."

Älter als das Grundbuch


Hausnamen entstanden schon sehr früh, als es auch noch keine Grundbücher, Straßennamen oder Hausnummern gab und es dennoch notwendig war, ein Anwesen oder eine Familie genau zu definieren. Namen von Bewohnern gingen auf Häuser über - und deren Namen wieder zurück auf die Bewohner. Oft entstanden die Hausnamen aus den Berufsbezeichnungen von Personen. So gibt es beispielsweise in Schmidmühlen den Hausnamen Hammerschmied. Einer der Hausbesitzer arbeitete einst als Schmied im Hammerwerk.

In wieweit sich Gemeinden oder betroffene Hausbesitzer an der Aktion beteiligen, bleibt abzuwarten. Stellvertretender Landrat Franz Birkl ermunterte die Heimatpfleger, dieses Projekt weiter voranzutreiben. Veronika Schmalzl (Lokale Aktionsgruppe) schilderte die Fördermöglichkeiten. Eventuell sei es sinnvoll, das Vorhaben in Zusammenhang mit der Dokumentation alter Flurnamen anzugehen. Konkrete Zuschuss- oder Förderzusagen gebe es nicht. Die weitere Vorgehensweise soll in den nächsten Monaten geklärt werden.

Systematisch erfassen


Auch an die flächendeckende Erfassung von Klein- und Flurdenkmälern im Landkreis ist gedacht. Flurdenkmäler sind kleine Denkmäler, die sich außerhalb von Wohnsiedlungen befinden, und zugleich kein Naturdenkmal darstellen. Dazu zählen in erster Linie kleine Kapellen, Flurkreuze, Bildstöcke aber auch Dolmen, Grenzsteine oder prähistorische Grab- oder Befestigungsanlagen. Diese sollen in den nächsten Jahren systematisch erfasst und in einer Datenbank veröffentlicht werden. So soll dieses Kulturgut für die Nachwelt gesichert werden. "Dieses Projekt könnte Vorbildcharakter für die gesamte Oberpfalz haben", erklärte Dörner.

Rund 30 Vertreter aus den Gemeinden des Landkreises sowie der Stadt Amberg waren zu der Tagung gekommen. Franz Birkl, nahm die Gelegenheit wahr, allen Heimatpflegern für ihre Arbeit zu danken. Das Heimatpflegertreffen schloss mit einem Fachvortrag und einer Führung durch das Staatsarchiv Amberg ab. 2016 findet die Versammlung am Samstag, 26. November, in Winbuch (Markt Schmidmühlen) statt.

Kreis- und OrtsheimatpflegerIm Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es vier Kreis- und mehr als 30 Ortsheimatpfleger. Aufgabe der Heimatpfleger ist es, sich der Kultur der jeweiligen Region im weitesten Sinne anzunehmen. Dazu gehört die Pflege der Tracht, der Volksmusik, der Volkstänze, des Brauchtums, der Mundart, der Heimatgeschichte und der Erhaltung der örtlichen Baukultur. Grundvoraussetzung für das Ehrenamt ist das Wissen und das Bewusstsein um die Geschichte und um den ideellen Wert der Heimat. Die Beauftragten sollen dazu beitragen, die Bürger zu motivieren, sich für ihre Heimat zu engagieren. (pop)
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