Friedrich Nitschmann, Ambergs Chef der Sudetendeutschen Landsmannschaft, feiert 85.
Versöhnung seit jeher sein Ziel

Friedrich Nitschmann vollendet heute sein 85. Lebensjahr. Bild: Hartl

Amberg. "Ich bin gebürtiger Sudetenländer, fühle mich als Amberger, Bayer, Deutscher und Europäer - in dieser Reihenfolge." So beschreibt Friedrich Nitschmann seine Heimatgefühle. Heute feiert der langjährige Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Ortsgruppe Amberg, seinen 85. Geburtstag.

Einst eine "Schreckenszeit"


Er wurde in Neutitschein geboren und erlebte dort als 13-Jähriger die Verfolgung der Sudetendeutschen. "Es war eine schlimme Zeit. Auch ich wurde gezwungen, ein schwarzes ,N' für Nemec (=Deutscher) auf weißem Grund zu tragen. Damit war ich rechtlos", erinnert sich Nitschmann noch heute. Auch die Zwangsarbeit auf einem Bauernhof bei Ölmütz bezeichnet er als "Schreckenszeit", um dennoch zu betonen, dass er nach seiner Vertreibung im Juli 1946 nach Nabburg seinen "Blick auf ein sinnvolles Miteinander der Staaten und Völker richtete".

1951 machte Nitschmann in Schwandorf das Abitur und studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften in Regensburg und München. Zunächst arbeitete er als Diplom-Kaufmann in der Wirtschaft, nach seinem Examen zum Diplom-Handelslehrer war er an entsprechenden Schulen in Freising, München, Ingolstadt und schließlich in Amberg tätig.

"Wir von der Erlebnisgeneration müssen für die historische Wahrheit auch in Fragen der alten Heimat eintreten, damit nachfolgende Generationen sagen können, dieses Gebiet, das Sudetenland, wurde auch durch Bewohner deutscher Sprache geprägt", schildert der Jubilar seinen Antrieb, der neben dem Amt als Ortsgruppenchef seit 25 Jahren ferner in verschiedenen Funktionen im Bund der Vertriebenen (BdV) tätig war.

Gedenksteine errichtet


Seine Verbundenheit zur alten Heimat macht Nitschmann auch auf seiner Ranch in Oberbernstein im Hirschwald deutlich. Dort hat er nicht nur ein altes Bauernhaus aus dem Jahr 1735 umgebaut, sondern ließ auf dem fünf Hektar großen Grundstück auch zwei Gedenksteine errichten. Den ersten, fünf Tonnen schwer, im September 2008 mit Segnung durch die katholische und evangelische Kirche. Den zweiten nicht mal ein Jahr später, Ende Juli 2009, zur Erinnerung an das Kuhländchen im ehemaligen Sudetengebiet. Hier hat die Amberger Ortsgruppe der Landsmannschaft in den vergangenen Jahren regelmäßig ihren Tag der Heimat gefeiert.
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