Gemeinsame Aktion der Polizeiinspektionen Sulzbach-Rosenberg und Auerbach
Pokémon-Fans an Kontrollstelle

Die nächtlichen Kontrollen dauerten fünf Stunden und wurden an der Staatsstraße 2120 zwischen Hahnbach und Vilseck - an der Schnittstelle der Inspektionen Sulzbach-Rosenberg und Auerbach, am Fuße des Kreuzbergs - vorgenommen. Das Technische Hilfswerk aus Sulzbach-Rosenberg unterstützte die Ordnungshüter mit dem Einsatz von leistungsfähigen Leuchtkörpern. Bild: hfz

Alkoholsünder wurden nicht überführt, aber Drogen spielten eine Rolle. Und auch Pokémon! Grund für das Zusammentreffen war eine größere Kontrollaktion, zu der sich die Polizeiinspektionen Sulzbach-Rosenberg und Auerbach an der Schnittstelle ihrer jeweiligen Zuständigkeitsbereiche verabredet hatten.

Hahnbach/Vilseck, Der Schwerpunkt lag dabei auf "Alkohol und Drogen im Straßenverkehr". Die Maßnahme ist im Zusammenhang mit dem bereits seit 2013 laufenden Verkehrssicherheitsprogramm 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel" zu sehen. Ort des Geschehens war die Staatsstraße 2120 zwischen Hahnbach und Vilseck am Fuße des sogenannten Kreuzbergs. Hier richteten die Ordnungshüter in der Nacht zum Samstag von 22 bis 3 Uhr in beide Fahrtrichtungen ihre zwei Kontrollstellen ein. Unterstützt wurden die Beamten bei ihrer Arbeit von der Ortsgruppe Sulzbach-Rosenberg des Technischen Hilfswerks (THW). Mit entsprechendem Equipment sorgten die Helfer für eine ausreichende Beleuchtung der Kontrollbereiche.

Überwiegend junge Leute


Während der fünfstündigen Dauer wurden insgesamt 158 Fahrzeugführer, die ausschließlich mit Pkw unterwegs waren, angehalten und überprüft. Wie um diese Tageszeit nicht anders zu erwarten, handelte es sich dabei überwiegend um junge Leute auf dem Weg zu oder von verschiedenen regionalen und überregionalen Wochenendveranstaltungen.

13 Fahrer mussten dabei ins Röhrchen pusten, weil sie nach Alkohol rochen. Die daraus resultierenden Tests überstanden ausnahmslos alle ohne große Beanstandung: "Bei keinem der Fahrer war der Grenzwert überschritten", hieß es dazu in einem von den beiden Inspektionen gemeinsam herausgegebenen Pressetext.

Anders das Ergebnis hinsichtlich des Konsums von Betäubungsmitteln im Zusammenhang mit dem Führen von Kraftfahrzeugen: Gegen 1.20 Uhr stoppten die Kontrolleure eine 18-Jährige aus dem Landkreis mit ihrem Auto. Dem erfahrenen Beamten "zog nach Öffnen des Wagenfensters sofort ein deutliches Odeur von verbranntem Cannabis in die Nase", so der Bericht der Polizei. Ein Schnelltest bestätigte den Verdacht, dass die junge Frau ihren Wagen unter dem Einfluss von Cannabisprodukten und Methamphetamin steuerte. In dem Pkw selbst wurden bei einer Durchsuchung keine Betäubungsmittel gefunden. Das Mädchen musste sich eine Blutentnahme gefallen lassen, ein Bußgeldverfahren wurde eingeleitet. Als Rechtsfolge erwartet die 18-Jährige ein empfindliches Bußgeld sowie ein Fahrverbot für die Dauer eines Monats. Weil ihr die Weiterfahrt untersagt wurde, verblieb der Wagen an der Kontrollstelle.

Ohne Gurt erwischt


Daneben beanstandeten die Ordnungshüter auch zehn Verkehrsteilnehmer, weil sie den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Für technische Mängel an Kraftfahrzeugen und das Nichtmitführen erforderlicher Dokumente wurden in einigen Fällen Kontrollaufforderungen ausgestellt.

"Vorbildlich verhielten sich die Handy-Benutzer, die in dieser Nacht dem globalen Massenphänomen Pokémon Go folgten", schilderte der amtliche Bericht das weitere nächtliche Geschehen und: "Offenbar war durch das Spielsystem im Umfeld der Kontrollstellen ein sogenannter Poké-Stop eingerichtet worden. Dieser hatte einige Fahrzeuge, in denen die Bei- oder Mitfahrer gerade auf der Jagd nach den virtuellen Figuren waren, zur Kontrollstelle gelockt."

Risiken dargelegt


Bei den ganzheitlichen Kontrollen sei auch die Prävention nicht zu kurz gekommen. Während der Überprüfungen suchte die Polizei - wenn auch zu vorgerückter Stunde - das Gespräch mit den angehaltenen Kraftfahrern. Dabei wurden insbesondere die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum im Zusammenhang mit dem Führen von Kraftfahrzeugen aufgezeigt.

Ziel dieser Kontrollen sei es, alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Kraftfahrer aus dem Verkehr zu ziehen, um einerseits Mitmenschen vor diesen zu schützen und andererseits einen Beitrag zur längerfristigen Senkung der Unfallzahlen mit der Hauptunfallursache Alkohol- oder Drogeneinfluss zu leisten. 2015 waren im Bereich der Inspektion Sulzbach-Rosenberg immerhin elf Unfälle mit Personen- und Sachschäden durch alkoholisierte Kraftfahrer verursacht worden, im Bereich der Inspektion Auerbach und der Station Vilseck insgesamt sechs.
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