Grünen-Kreisverbände unterwegs im Böhmerwald
Gemeinsame Geschichte erwandert

MdL Jürgen Mistol von Bündnis 90/Die Grünen (Mitte, rotes Shirt) unternahm mit Kommunalpolitikern aus der Oberpfalz eine grenzüberschreitende Wanderung nach Tschechien. Bild: hfz

Amberg-Sulzbach. Auf eine grenzüberschreitende Wandertour gingen die Amberg-Sulzbacher Grünen mit einigen anderen Oberpfälzer Kreisverbänden auf Einladung des Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol.

Berührungsängste abbauen


Unter dem Motto "Oberpfalz-Böhmen: Gemeinsame Geschichte & Zukunft einer bayerisch-tschechischen Grenzregion" ging es auch darum, Berührungsängste abzubauen und Chancen und Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Zusammenwachsen wahrzunehmen. Ausgangspunkt dieser Tagestour war das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee. Hier wurde die Gruppe vom ehemaligen Bürgermeister und geistigen Vater dieser Einrichtung über die Entstehungsgeschichte informiert. Heute dient das ehemalige Kommunbrauhaus als Kulturzentrum für zahlreiche Ausstellungen und andere Veranstaltungen.

Die anschließende Wanderung ging zunächst zum Böhmerwald-Aussichtsturm, der einen Panorama-Blick bot. Bei einem Zwischenstopp im verlassenen Dorf Bügellohe vermittelte eine Fremdenführerin die Geschichte von Vertreibung, Hoffnung und Enttäuschung am Beispiel des Schicksals einer ehemaligen Bewohnerin der Ortschaft Wenzelsdorf: Ihr Lebenslauf wurde für die Nachwelt aufgezeichnet.

Austausch mit Tschechen


Neben diesem Dorf wurden auch die Nachbarorte Rappauf, Straßhütte und Plöß dem Erdboden gleich gemacht. Plöß war vor dem Zweiten Weltkrieg ein beliebter Ausflugsort (105 Häuser, 707 deutsche Einwohner) mit drei Gaststätten, einer Bäckerei, einem Fleischer und einem Schmied. Heute gibt es hier noch den ehemaligen Friedhof mit den Grundmauern der Kirche Hl. Johannes der Täufer und ein Haus. Dieses diente als Forsthaus und blieb deshalb verschont.

Heute ist es eine Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeit. Hier traf sich die Gruppe zum Austausch mit tschechischen Teilnehmern.

Nach der Mittagspause besuchten die Wanderer den Friedhof. Diese Gedenkstätte ist saniert worden, so dass die Gräber der ehemaligen Einwohner der zerstörten Dörfer erhalten geblieben sind.
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