Im Internet Leute geprellt
Betrüger bleibt im Gefängnis

Der Mann ist ein Betrüger. Deswegen sah sich der Rechtsstaat gezwungen, ihn in der Vergangenheit für längere Zeit hinter Gitter zu bringen. Nun saß der 47-Jährige wieder im Gerichtssaal und weiß seither: Mit der erwünschten Freiheit wird es wohl so rasch nichts werden.

Amberg-Sulzbach. Irgendwie war der Schöffengerichtsvorsitzende Markus Sand ratlos. Denn vor ihm saß ein redegewandter Mann, der sein Schicksal recht ausführlich und, genau genommen, recht einseitig schilderte. Der Vorsitzende vernahm, dass man als vorbestrafter Betrüger beruflich kaum Fuß fassen könne, in einer Justizvollzugsanstalt so gut wie nichts zur Resozialisierung geschehe und jeder Mensch ja schließlich gewisse Finanzmittel brauche, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Online Leute geprellt


Um diese Finanzausstattung ging es mehrere Stunden lang. Oder vielmehr um deren Beschaffung. Kaum aus der Haft entlassen, begann der 47-Jährige erneut mit Betrügereien.

Er prellte in einem gute Dutzend Fällen Leute über eine Internetplattform um meist mehrere Hundert Euro, bot Sachen an, die er nicht hatte und somit den Leuten, die mitgesteigert und die Auktionen erfolgreich abgeschlossen hatten, auch nie zuschicken konnte. Es gab noch andere Vorhalte, die ihm Staatsanwältin Dr. Isabel Rupprecht machte. Da wurde ein über 11 000 Euro kostendes und nicht bezahltes Auto für 4000 Euro an einen Händler in Niederbayern verkauft.

Den Erlös verbrauchte der Mann nach eigenen Angaben für seinen Lebensunterhalt. Das ging sehr rasch. Innerhalb weniger Wochen soll nichts mehr von der Barschaft dagewesen sein. Zur Debatte standen ferner einige Fahrten ohne Führerschein. Doch dieser Anklagepunkt wurde später angesichts der ohnehin zu erwartenden Strafe eingestellt.

Immer neue Anzeigen


Nicht sonderlich zufrieden äußerte sich der 47-Jährige über seine Bewährungshelferin. "Die hat sehr viel für Sie getan und oft mit mir telefoniert", entgegnete die Staatsanwältin. Doch parallel dazu seien immer neue Anzeigen bei der Ermittlungsbehörde aufgelaufen. Wegen Betrugs forderte die Anklagevertreterin über drei Jahre Haft.

Das Schöffengericht blieb zwar unter diesem Antrag, doch zwei Jahre und neun Monate muss der 47-Jährige jetzt erneut hinter Gefängnismauern. Kommt hinzu, dass höchstwahrscheinlich eine zur Bewährung ausgesetzte Reststrafe von etlichen Monaten nun auch noch abgesessen werden muss.

Polizisten führten den während der Ermittlungen in U-Haft genommenen Betrüger nach dem Urteil zurück in die Justizvollzugsanstalt. Denn das Schöffengericht hatte entschieden, den bestehenden Haftbefehl nicht aufzuheben.
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