Im südlichen Landkreis hat das Sturmtief am Sonntagabend tiefe Spuren hinterlassen
Elvira tobt im Hirschwald

Beratungsförster Anton Preischl (rechts), FBG-Geschäftsführer Uli Hausmann (Zweiter von links) und Matthias Kick (links) besichtigten gestern im Waldgebiet Schweinsberg den Windwurf. Bilder: gf (3)

Eine gut zwei Kilometer breite Schneise von Vilshofen bis nach Garsdorf schlug Sturmtief "Elvira" am Sonntag. Ab etwa 21 Uhr fegte es in Südost- und Nordwestrichtung durch den Hirschwald. Besonders massiv im Gebiet Schweinsberg. Dort sind gut 10 000 Festmeter Schadholz zu entfernen.

Rieden. (gfr) Der Schaden, den "Elvira" am Sonntag anrichtete, kann derzeit nur geschätzt werden. Zusammen mit Anton Preischl, dem Beratungsförster des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF), gleichzeitig auch Leiter des Forstreviers Vilshofen, besichtigten am Dienstag Matthias Kick und Uli Hausmann von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach die vom Unwetter heimgesuchten Reviere, die teils privaten Besitzern, aber auch dem Staatsforst gehören.

Keinesfalls an der falschen Stelle sparen sollten die Waldbauern, so Anton Preischl angesichts des Chaos' vor Ort, denn vielfach lägen Bäume übereinander auf Spannung. Werde einer angesägt, könne der Verhau unkontrolliert auseinanderschnellen. Lebensgefährlich seien diese Arbeiten. Sie ließen den Einsatz eines Harvesters als sinnvoll erscheinen. Preischl meinte, dass jeder private Besitzer seinen Wald eigenständig durchforsten könne, aber professionelle maschinelle Aufarbeitung sei eben sicherer. Bereits vorhandene Rückegassen könnten nun genutzt werden, doch bei der Größe der betroffenen Fläche müssten wohl neue Zufahrtswege angelegt werden.

Gefürchteter Trockenstress


Die FBG werde sich in den nächsten beiden Monaten daran machen, das Schadholz zu entfernen, um dem Borkenkäfer die Lebensgrundlage zu entziehen. Der Beratungsförster wies darauf hin, dass der trockene Sommer 2015 zu einer Vermehrung des Schädlings geführt habe. Wenn nun die umgestürzten Bäume Trockenstress entwickelten, sei das ein gefundenes Fressen für den Käfer.

Für die Säge- und Papierindustrie könnte das Schadholz gerade noch genutzt werden, so FBG-Geschäftsführer Uli Hausmann, jedoch könnten die Waldbesitzer über die Kalamitätsnutzung den Wertverlust steuermindernd gelten machen.

Die Anmeldung und der Nachweis für "Holznutzung infolge höherer Gewalt" sei umgehend und vor allem vor Beginn der Aufarbeitung beim Bayerischen Landesamt für Steuern in Nürnberg zu stellen. Wenn die umgestürzten Bäume entfernt sind, könne an die Aufforstung mit Mischwald gedacht werden, so Anton Preischl. Aber dann müsse die Neuanpflanzung eingezäunt werden, um Wildverbiss zu vermeiden. Den Schaden im Gebiet Schweinsberg schätzen Hausmann und Preischl auf gut 500 000 Euro.

Hilfe durch FBG und AELF


Privatwaldbesitzer können die Schadensbeseitigungshilfe der FBG in Anspruch nehmen. FBG und AELF beraten auch hinsichtlich der Beantragung der Kalamitätsnutzung. Formulare können aus dem Internet heruntergeladen werden und liegen außerdem im FBG-Büro bereit.

Die Schadensbegutachtung nutzte FBG-Geschäftsführer Uli Hausmann, um auf einen Terminfehler im "Holzfuchs" der Mitgliederzeitung hinzuweisen. Die FBG fahre erst am 10. Juni zur KWF-Tagung in Roding.
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