Immer mehr Bürger wollen den Kleinen Waffenschein
Boom beim Bäng

Amberg-Sulzbach. Ob es etwas mit dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis zu tun hat? Im Landkreis wächst die Zahl von Bürgern, die in der Öffentlichkeit Schreckschuss- und Reizstoffwaffen tragen möchten. Dazu benötigen sie den sogenannten Kleinen Waffenschein. Er wurde vom Landratsamt heuer bereits 22 Mal ausgestellt. Im gesamten Jahr 2015 war das 48 Mal der Fall gewesen - und diese Zahl lag schon deutlich über denen von 2014 (20 Stück), 2013 (17 Stück), 2012 (15 Stück) oder 2011 (31 Stück).

Über die Gründe dieses Anstiegs kann das Landratsamt nichts sagen. "Wir können nur spekulieren, weil die Antragsteller keinen Grund nennen müssen, warum sie den Schein haben möchten", teilt dazu Christine Hollederer mit, die Pressesprecherin der Behörde. Das Amt überprüft die waffenrechtliche Zuverlässigkeit der Interessenten und stellt im positiven Fall den Kleinen Waffenschein unbefristet aus. Er berechtigt "zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff-, Signalwaffen mit PTB-Zeichen (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) in der Öffentlichkeit, also außerhalb der eigenen Wohn- oder Geschäftsräume beziehungsweise des eigenen befriedeten Besitztums".

Ob andere Mittel zum Selbstschutz ebenfalls verstärkten Zulauf erleben, kann mit Zahlen aus dem Landratsamt nicht untermauert werden, da man dafür keine waffenrechtliche Erlaubnis braucht: Reizstoffsprühgeräte (mit amtlichem Prüfzeichen) sind ab 14 Jahren frei. Bei Tierabwehrsprays (zum Beispiel "AntiDog") gibt es überhaupt keine Altersbegrenzung. Elektroimpulsgeräte (mit Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) kann man ab 18 Jahren frei erwerben.
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