Jubiläum für Großkläranlage bei Theuern
25 Jahre für Tausende geklärt

Seit 25 Jahren arbeitet die Kläranlage in den Vilsauen bei Theuern. Aus diesem Anlass öffnet das Werk am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr seine Pforten. Der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck (ZAB) lädt die interessierte Bevölkerung dabei zu fachkundigen Führungen ein. Bild: Georgi

Die Häufchen vom stillen Örtchen und die Abwässer von 63 000 Menschen summieren sich pro Tag auf rund 15 000 Kubikmeter. Eine gewaltige Menge, die da binnen 24 Stunden im Klärwerk in Theuern durchschnittlich ankommt. Jetzt besteht die Anlage seit 25 Jahren. Deshalb wird am Samstag, 24. September, vor Ort gefeiert - mit Festzelt und zwei Musikkapellen.

Amberg-Sulzbach. "Es ist und bleibt ein Erfolgsmodell", dessen ist sich Norbert Füger sicher. Der Geschäftsleiter des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck (ZAB) - er hat dieses Amt seit acht Jahren inne - lobt noch heute die Weitsicht, mit der sich vor über 40 Jahren die damals politisch Verantwortlichen zur Gründung eines Zweckverbandes zusammengefunden hatten: "Über Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg", wie Füger unterstreicht.

Das weiß auch Verbandsvorsitzender Roland Strehl zu schätzen. In der zum Fest des 25-jährigen Bestehens der Kläranlage herausgegebenen Broschüre schreibt der Kümmersbrucker Bürgermeister: "Die Ziele und Hoffnungen, die mit der gemeinsamen Kläranlage verbunden waren, wurden voll und ganz erfüllt: Die Vils zählt zu den saubersten Flüssen in Bayern. Gleichzeitig blieben die Gebühren für die Abwasserbeseitigung zur Freude unserer Bürger auf einem konstant niedrigen Niveau."

100 Millionen D-Mark


Das Werk, mit einem Investitionsvolumen von damals rund 100 Millionen D-Mark, ist vor 25 Jahren ans Netz gegangen, wird aber stets auf dem technisch neuesten Stand gehalten. Die Kosten für den laufenden Betrieb und Qualitätsnachbesserungen lägen aktuell bei jährlich rund 1,5 Millionen Euro. Trotz dieser Ausgaben gelte nach wie vor der günstige Preis von 1,36 Euro pro Kubikmeter Abwasser, so Norbert Füger. In der Anlage arbeiten 16 Menschen.

75 Prozent Eigenstrom


Stolz ist man beim Zweckverband auf die inzwischen erreichte Eigenstromerzeugung von 75 Prozent. Dafür sorgen drei Blockheizkraftwerke mit den dazugehörigen Generatoren zur Verstromung von Faulgas. Die Reinigung der Abwässer - sie kommen nicht nur aus Amberg, Kümmersbruck und Freudenberg, sondern auch aus Teilen der Gemeinden Poppenricht, Illschwang, Ammerthal und Hahnbach (Kienlohe) - erfolgt in drei Schritten: in einem mechanischen, einem biologischen und einem chemischen Teil.

Grobstoffe und Sand


Zunächst werden in einer Rechenanlage Grobstoffe wie Papier, Kunststoffe und Hygieneartikel zurückgehalten und Sand abgetrennt, Nach erfolgter Reinigung kann der Sand als Baustoff im Straßenbau verwendet werden. Fettstoffe und Öle werden abgeschieden. Sie wandern in die Schlammfaulung und werden danach zur Gasgewinnung genutzt. Im biologischen Teil werden die gelösten organischen Abwasserbestandteile bei entsprechender Sauerstoffzufuhr von Mikroorganismen abgebaut. Im internen Gebrauch spricht man davon, dass diese Kleinlebewesen die im Abwasser enthaltenen Schmutzstoffe "fressen".

Schließlich werden in Theuern im chemischen Bereich Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatverbindungen aus dem Abwasser entfernt. Das gereinigte Wasser gelangt am Ende in die Vils - im Durchschnitt etwa 300 Liter pro Sekunde.

Tag der offenen Tür"Wir hoffen auf viele Besucher", gab sich Norbert Füger, Geschäftsleiter des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck (ZAB), recht zuversichtlich. Schließlich laufen ja etliche Vorbereitungen, um den Gästen am Samstag, 24. September, einen Einblick in die Arbeiten und Wirkungsweise der Theuerner Kläranlage zu vermitteln. Zum Tag der offenen Tür, der sich von 10 bis 16 Uhr erstreckt, gibt es fachkundige Führungen durch den Betrieb. Außerdem werden Großgeräte vorgeführt. Schließlich wird ein Festzelt aufgestellt, in dem es zu essen und zu trinken gibt. Außerdem spielen die Amberger Knappschaftskapelle und der Musikverein Freudenberg zur Unterhaltung auf. (ben)
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