Jusos im Europacamp am Attersee
Bei Befreiungsfeier von KZ Mauthausen

Amberg-Sulzbach. Eine große Delegation der Jusos aus dem Unterbezirk Amberg-Sulzbach-Neumarkt um ihren Vorsitzenden Lukas Stollner har an der Alpeninternationale in Österreich teilgenommen und war ins Europacamp am Attersee gereist. Angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus in Europa lag der Fokus in den rund 30 Workshops auf dem Thema Antifaschismus.

Frauen in der NS-Zeit


Einer trug den Titel "Braune Schwestern". Dabei wurde laut Pressemitteilung der Jusos über die Rolle der Frauen im Nationalsozialismus und der heutigen rechten Szene gesprochen und nach Ursachen geforscht. Gerade für Österreich sei das Thema Burschenschaften interessant gewesen, da sie dort zur Zeit der FPÖ-Regierung in höhere Staatsämter befördert worden seien. Ebenso ging es um die Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus und darum, warum die meisten Opfer bis heute keine Anerkennung von den Nachkriegsregierungen erhalten haben. Weitere Workshop-Themen waren: "FPÖ, AfD und Co. - Neues von Rechts", "Pegida und Identitäre und ihr antimuslimischer Rassismus", "Faschismustheorien" und "Antifaschismus gehört auf die Straße".

Die Teilnehmer beleuchteten die einzelnen Themen, diskutierten ihre Entstehung, Entwicklung und Lösungsmöglichkeiten, speziell in den jeweiligen Ländern. Die Jugendlichen tauschten sich über die Asylpolitik und die aktuelle Abschottung der europäischen Staaten aus. Letzteres kritisierten die Nachwuchspolitiker nach Angaben der Jusos. Sie erscheine zwar aktuell als der einfachere Weg, sei aber nicht der richtige für eine bessere Zukunft.

Geboten war ein umfangreiches Abendprogramm: Kabarettistische Auftritte, Arbeiterliederabend, Zeitzeugengespräch mit Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen sowie ein Vortrag des Journalisten Karl Pfeiffer, der von seinen Erfahrungen in allen Winkeln der Welt berichtete. Der Höhepunkt war die Teilnahme der Delegationen an der Befreiungsfeier in Mauthausen, dem einzigen KZ in Österreich. Mit über 6000 Besuchern gedachten die Jusos der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner vor 71 Jahren.

Schwur von Mauthausen


In verschiedenen Sprachen verlesen wurde zunächst der Schwur von Mauthausen. Vertreter von über 100 Staaten, für Deutschland waren dies Botschafter Johannes K. Haindl und Bundestagsvizepräsidentin Petra Paul, legten Kränze nieder. Dies taten auch die Jusos am Denkmal für die Jugend. Dies ist ein Ehrenmal für Jugendliche, die sich - in überwiegend linken Jugendverbänden - aktiv gegen das NS-Regime gestellt hatten und in Mauthausen inhaftiert waren.

Die nächste Alpeninternationale ist voraussichtlich 2017 in der Schweiz. Ein nächstes Treffen auf internationaler Ebene ist das Sommercamp der International Union of Socialist Youth vom 19. bis 24. Juli in Italien. (Hintergrund)
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