KAB-Kreisbildungskurs klärt über den Islam auf
Bild ist oft negativ

Großen Anklang fand der Bildungskurs der KAB-Kreisverbände Amberg und Amberg-Sulzbach zum Thema "Was wir über den Islam wissen sollten".

Zum Tagesthema "Aus dem Reichtum religiöser Traditionen schöpfen" sprach Marianne Brandl, Theologin und Referentin für Weltanschauungsfragen in der Diözese Regensburg. Sie erläuterte Geschichte und Traditionen des Islam. Inhalt, Aufbau, Bedeutung und Lehre sowie die Schriftlesung des Koran, das Leben Mohammeds, die fünf Säulen des Islam, religiöse und ethische Grundwerte vermittelte sie in interessanter Weise. Einige Details überraschten - zum Beispiel, dass Jesus als Prophet und teilweise auch seine Mutter Maria von Muslimen verehrt werden oder dass der Koran nicht chronologisch, sondern nach Länge der Suren geordnet ist. Ein Vergleich der religiösen und ethischen Grundwerte von Christentum und Islam war Grundlage für eine lebhafte Diskussionen.

Der zweite Tag stand unter dem Thema "Politik und Islam - aktuelle Grundfragen und Herausforderungen". Privatdozent Dr. Oliver Hidalgo vom Institut für Politikwissenschaft an der Universität Regensburg legte dabei die politischen Dimensionen des Islam dar. Er verwies auf die Bilder des Islam im Westen, die ihn durch Folter, Kampf und Verfolgung vorwiegend negativ und gewalttätig erscheinen ließen. Auch werde durch Bücher und Interviews die Angst vor einer Unterwanderung des Abendlandes geschürt.

Hidalgo lag dagegen an einem Gesamtbild, das die politischen Aussagen im Koran und die sehr stark politisierte Identität des Islam umfasst. Die Toleranz zwischen Christentum und Islam, die Frauenrechte und die Grenzen der Religionsfreiheit wurden ebenfalls erörtert.
Im Westen herrschen Bilder des Islam vor, die ihn durch Folter, Kampf und Verfolgung vorwiegend als negativ und gewalttätig erscheinen lassen.Dr. Oliver Hidalgo
Die Muslime verehren Jesus als Propheten.Marianne Brandl
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