Kreis-Kirwa-Warm-Up ein Fall für die Justiz
Party-Crash mit Feuerwehrauto

Symbolbild: dpa

Die Wortschöpfung ist ein Mix aus Deutsch, Oberpfälzisch und Englisch. Sie lautet "Kreis-Kirwa-Warm-Up". So bemerkenswert wie dieser Begriff war auch das, was heuer im April passierte. In Heringnohe wurde während der Kirchweihpaar-Party ein Feuerwehrfahrzeug gekapert und ein paar Meter weiter gegen ein Auto gesteuert.

Amberg-Sulzbach. Der Vorfall sorgte für Schlagzeilen. Denn das Ereignis lag weit außerhalb eines alltäglichen Verkehrsunfalls. Was geschah, lässt sich so beschreiben: Während drinnen in einem Festzelt furios gefeiert wurde, ereignete sich draußen im Umfeld des Party-Geländes in Heringnohe bei Vilseck eine Karambolage, die fast schon an ein Kuriosum grenzte. Knappe 200 Meter weit entfernt vom "Warm-Up"-Zelt stand ein Feuerwehrfahrzeug, dessen Besatzung den Auftrag hatte, das Areal auszuleuchten.

Der Schlüssel steckte


Was eine halbe Stunde nach Mitternacht geschah, glich dem Blitz aus heiterem Himmel. Im Fahrzeug war keiner, wohl aber steckte der Schlüssel, lief auch der Motor. Plötzlich setzte sich jemand ans Steuer des Mannschaftstransportwagens (MTW), trat aufs Gaspedal und fuhr los. Nur ein paar Meter weiter krachte es. Dem MTW stand ein geparktes Auto im Weg. Ende der Tour, weit über 10 000 Euro von der Polizei notierter Schaden.

Der mit keinerlei Berechtigung ausgestattete Unfallfahrer hatte den deutsch-englischen Begriff des "Kirwa-Warm-Up" allem Anschein nach zu wörtlich genommen. Als man ihn, noch im Fahrzeug sitzend, festnahm und seinen Alkoholwert ermittelte, kamen stattliche 1,9 Promille in die amtlichen Protokolle. Fast schon ein Vollrausch. Nun saß der 33-Jährige vor dem Amberger Amtsgericht und konnte sich an nichts mehr erinnern.

Der Mann, selbst in seiner oberfränkischen Heimat bei der Feuerwehr, war mit Bekannten aus dem Kreis Bayreuth nach Heringnohe gekommen. Er hätte, weil Alkoholgenuss zu erwarten stand, nicht heimfahren müssen. Doch seine Freunde fand er im Party-Getümmel irgendwann nicht mehr. So blieb nur zu vermuten: Irgendwie wollte er in Richtung Heimat, sah den roten Transporter und startete im Suff seine spektakuläre Tour. Die Folge: Der Crash (um diesen englischen Ausdruck zu verwenden), viel Ärger und eine Gerichtsverhandlung der außergewöhnlichen Art.

Schein bleibt erstmal weg


Die Richterin ließ, wie auf Anfrage zu vernehmen war, nicht mit sich handeln. Sie verhängte eine Geldstrafe von knapp 2300 Euro und verlängerte die Führerscheinsperre für den Oberfranken um weitere drei Monate. Die Lizenz war damals nach dem Unfall sofort eingezogen worden. Bei der Feuerwehr in seinem Heimatort ist der 33-Jährige unterdessen nicht mehr. Die Schadensregulierung wartet noch auf ihn.
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