Kreisfeuerwehr mit Lehrgang für Chemikalienschutzanzüge
Experten in grünen Anzügen

Kein leichtes Unterfangen: Das Erkunden unter schwerem Schutzanzug will gelernt sein.

Einsätze mit Gefahrstoffen in Betrieben und Verkehr stellen die Feuerwehren vor schwierige Aufgaben. Um im Ernstfall gut gerüstet zu sein, bot die Landkreiswehr Kräften mit der Zusatzausrüstung Gefahrgut und schwerem Atemschutz einen Lehrgang für Einsätze im Chemikalienschutzanzug.

Amberg-Sulzbach.
Zum wiederholten Mal luden die Fachbereiche Atemschutz und Gefahrgut zu einem solchen Grundlehrgang (CSA) ein. Unter Leitung der Kreisbrandmeister (KBM) Rudolf Kummert (Fachbereich Atemschutz) und Hans Sperber (Gefahrgut, Vertretung KBM Alex Graf) fanden sich zwölf Aktive im Gerätehaus der Feuerwehr Rosenberg ein: Kräfte der Wehren Auerbach, Königstein, Schmidmühlen, Sigl, Hahnbach, Haselmühl sowie der Grammer AG. Kreisbrandinspektor (KBI) Peter Deiml
unterstrich die Notwendigkeit, aber auch die Belastung dieses Lehrgangs. In den vergangenen Jahren sei eine schlagkräftige Truppe geformt worden. So kann der Landkreis zurzeit auf 77 CSA-Träger zurückgreifen. Es sei vorbildlich, dass Aktive aus dem ganzen Kreis bereit seien, sich dieser Strapaze zu unterziehen.

Mit Übungsanzügen


Nach organisatorischen Hinweisen durch Lehrgangsleiter Kummert stieg man mit dem theoretischen Teil ein. Grundlagen zu Spezial-Schutzausrüstungen und deren Anwendung behandelten die Ausbilder ebenso wie Sinn und Aufbau einer Reinigungs-Schleuse (Dekon-Platz). Mit Übungsanzügen wurde das richtige und sichere Anlegen trainiert.

Ohne Feingefühl schwierig


Tags darauf fand man sich zum praktischen Teil bei der Kläranlage Sulzbach-Rosenberg ein. In einem Übungsparcours galt es, verschiedene Stationen unter schwerem CSA zu bewältigen. Station eins war dem richtigem Anlegen der Schutzkleidung gewidmet. Bei Station zwei waren Gefahrstoffe zu erkunden. Angesichts der eingeschränkten Sicht im Vollschutzanzug eine nicht einfache Aufgabe, Symbole oder UN-Nummern zu lesen. An Station drei musste über eine Steckleiter ein Flachdach erkundet werden. Station vier erforderte Geschicklichkeit: An einem Schieber musste mit Hilfe von vier Schrauben ein Flanschdeckel mit Dichtung angeschraubt werden. Mangels Feingefühl wegen der starren Schutzhandschuhe fiel es nicht leicht, Muttern, Schrauben und Werkzeug anzusetzen.

Körperliche Belastung


An Station fünf wurde die körperliche Belastung erprobt. Zwölf-Liter- Kanister mit Schaummittel waren umzuschlichten - eine schweißtreibende Angelegenheit. Erschwerend kam dazu, dass wegen des eingeschränkten Luftvorrats alle Stationen innerhalb von 20 Minuten abgearbeitet werden mussten.

Abschließend hieß es "Zur Reinigung durch die Dekontaminations-Schleuse", bedient vom ABC-Zug der Feuerwehr Sulzbach unter Leitung von Markus Ertl. Einen weiteren Dekon-Platz richtete die FFW Haselmühl ein. Bei der Endbesprechung zeigten sich Lehrgangsleiter KBM Rudi Kummert und KBI Hubert Blödt zufrieden. Es sei wichtig, dass auf Kreisebene alle denselben Wissens- und Ausbildungsstand haben.
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